Am Mittwoch, den 3. Juni, wird die Städtische Galerie Delmenhorst zu einem besonderen Ort der Literatur. Um 19.30 Uhr stellt die talentierte Marica Bodrožić im Haus Coburg ihren neuen Text vor. Was für eine Gelegenheit für alle Literaturbegeisterten! Die Veranstaltung markiert den elften Literarischen Landgang, und als Gesprächspartnerin wird die Chefin des Oldenburger Literaturhauses, Monika Eden, an ihrer Seite stehen. Ein Abend, der sich nicht nur um Worte dreht, sondern um Geschichten, Erinnerungen und das Spiel der Sprache.

Marica Bodrožić, 1973 in Dalmatien geboren und in Hessen aufgewachsen, bringt eine beeindruckende literarische Vita mit. Nach ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin und einem Studium in Frankfurt am Main (Kulturanthropologie, Psychoanalyse, Slawistik) debütierte sie 2002 mit dem Erzählband „Tito ist tot“. Ihre Werke wurden in über 16 Sprachen übersetzt und thematisieren oft Reisen und das Unterwegssein – eine Art von Wanderlust, die sich durch ihre Texte zieht. Das zeigt sich nicht nur in ihren Erzählungen, sondern auch in ihrer Lyrik, die oft lyrische Prosa mit erzählerischen Elementen verbindet.

Eine Reise durch das Gedächtnis

Bodrožić widmet sich in ihren frühen Erzählungen und Gedichten dem Gedächtnis und der Erinnerung, verankert in den Landschaften Dalmatien und der Herzegowina. Die Natur und das Wetter spiegeln die Schicksale der Menschen wider, und in ihren Texten findet man Suchende, Umherreisende und Verlorene – Figuren, die sie sprachlich zu Denkmalen erhebt. Ihre Sprache wird zur Protagonistin, und sie gelingt es, komplexe Bilder und Assoziationswelten zu entwerfen, die den Leser in ihren Bann ziehen.

Die Auszeichnungen, die sie im Laufe ihrer Karriere erhalten hat, zeugen von ihrem außergewöhnlichen Talent. Der Walter-Hasenclever-Literaturpreis und der Manès-Sperber-Literaturpreis für ihr Gesamtwerk sind nur einige der Ehrungen, die sie für ihre literarischen Beiträge erhalten hat. Ihre neueren lyrischen Arbeiten behandeln Themen wie Mystik, Transzendenz und Weiblichkeit – hier wird die Sprache noch einmal besonders lebendig und einladend. Walter Hinck lobt ihre Lyrik als erfrischend für die deutsche Literatur, und die NZZ erkennt die Tiefe und Komplexität ihrer Werke an.

Einblicke in ihr Schaffen

Bodrožić hat auch über ihr Leben und ihre Kindheit geschrieben, insbesondere in ihrem autobiografischen Buch „Sterne erben, Sterne färben“, das mit dem Initiativpreis Deutsche Sprache ausgezeichnet wurde. Ihre Erfahrungen, darunter die brutalen Erzählungen über ihren Großvater und die Erinnerungen an ihre Zeit auf La Gomera, fließen in ihr jüngstes Werk „Mystische Fauna“ (2023) ein. Darin thematisiert sie die Verbindung zwischen Mensch und Tier und regt dazu an, die verborgenen Verbindungen zwischen Lebewesen zu erkennen – ein Aufruf zur Empathie und Achtsamkeit.

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Die Veranstaltung in Delmenhorst wird sicherlich ein Fest für die Sinne. Für nur 8 Euro (ermäßigt 7 Euro) kann man in die Welt von Marica Bodrožić eintauchen und ihre Gedanken und Erzählungen hautnah erleben. Ob man nun ein eingefleischter Fan ihrer Werke ist oder neugierig auf neue literarische Entdeckungen – dieser Abend verspricht, eine inspirierende Reise durch das Gedächtnis und die Sprache zu werden.