Inmitten der beschaulichen Straßen Delmenhorsts tut sich etwas Entscheidendes. Die Ratsfraktion der Grünen hat einen neuen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen ins Leben gerufen. Ein Schritt, der dringend nötig ist! Denn Gewalt gegen Frauen wird nicht nur als individuelles Schicksal betrachtet, sondern als ein strukturelles Problem, das alle betrifft. Der Plan hat sich auf Prävention, Schutz und Solidarität als Kernziele festgelegt und soll in enger Zusammenarbeit mit Beratungsstellen, dem Frauenhaus, Polizei, Verwaltung, Justiz und Zivilgesellschaft entwickelt werden. So klingt es fast wie ein Aufruf zum Handeln, nicht wahr?

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2024 wurden über 187.000 Frauen in Deutschland Opfer häuslicher Gewalt, ein alarmierender Anstieg. Die Kreissprecherin der Grünen, Nadja Allmers-Plump, hat es treffend formuliert – Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem, das nicht ignoriert werden kann. Und auch die digitalen Gewalten nehmen zu. Sei es durch Bloßstellung, Deepfakes oder andere Formen von sexualisierten Übergriffen im Internet. Der Fall von Collien Fernandes hat eindrücklich die Schutzlücken in diesem Bereich aufgezeigt.

Ein umfassender Ansatz

Der Aktionsplan in Delmenhorst wird darauf abzielen, Strukturen zu schaffen, die Frauen schützen und Täter zur Verantwortung ziehen. Bessere Zugänge zu Schutz und Hilfe sollen durch den Ausbau von Beratungs- und Zufluchtsangeboten gewährleistet werden – auch digital und mehrsprachig. Das ist wichtig, denn nicht jede Frau spricht Deutsch oder hat Zugang zu Informationen. Die Grünen fordern daher mehr Informationskampagnen, Fortbildungen und Bildungsangebote, um das Bewusstsein für das Thema zu schärfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure in Delmenhorst. Denn nur durch schnelles und koordiniertes Handeln kann Betroffenen wirklich geholfen werden. Ein offensiver Ansatz in der Öffentlichkeitsarbeit soll zudem die Solidarität mit den Betroffenen fördern und Täterverhalten thematisieren. Es ist an der Zeit, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen und uns klar gegen Gewalt aussprechen.

Die Istanbul-Konvention und ihre Umsetzung

Die Umsetzung der Istanbul-Konvention ist hier von zentraler Bedeutung. Diese trat 2018 in Deutschland in Kraft und verpflichtet alle staatlichen Stellen, gegen geschlechtsspezifische Gewalt vorzugehen. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, hat darauf hingewiesen, dass die Konvention nicht nur Gewalt im partnerschaftlichen Nahbereich, sondern auch im öffentlichen Raum und Cyberspace bekämpfen soll. Das ist besonders wichtig, denn die Dunkelziffer an Fällen, in denen Frauen Gewalt erfahren, ist hoch. Viele Betroffene erstatten keine Anzeige aus Angst.

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Ein ganzheitlicher Ansatz ist gefragt. Die Ampel-Koalition hat sich im Koalitionsvertrag zur Umsetzung der Istanbul-Konvention bekannt, und der politische Druck auf Bundesebene wächst. Der Gesetzentwurf zur Strafbarkeit bildbasierter sexualisierter Gewalt wird derzeit im Bundestag beraten. Es ist höchste Zeit, dass wir die Strukturen schaffen, die notwendig sind, um Frauen zu schützen und Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Ein langfristiger Prozess

Das, was in Delmenhorst auf den Weg gebracht wird, ist nicht nur ein einmaliger Akt, sondern Teil eines langfristigen Prozesses. Der Aktionsplan wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt, um auf neue Herausforderungen reagieren zu können. So wird beispielsweise die Zunahme digitaler Gewaltformen wie Stalking und die Verbreitung intimer Aufnahmen thematisiert. Hier sind klare Regelungen gefragt, um Frauen vor diesen Übergriffen zu schützen.

Für die Grünen in Delmenhorst ist klar: Die Notwendigkeit tragfähiger Strukturen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ist unabdingbar. Marianne Huismann, die Fraktionsvorsitzende, hat das eindringlich betont. Die Zeit zum Handeln ist jetzt – und wir alle sind gefragt, uns zu solidarisieren und aktiv zu werden. Denn eins steht fest: Gewalt gegen Frauen geht uns alle an. Und in Delmenhorst wird der erste Schritt in die richtige Richtung getan.