In Delmenhorst lebt eine bemerkenswerte Frau, die nicht nur als Fachärztin für Innere Medizin tätig ist, sondern auch eine Herzensangelegenheit verfolgt: Heide Hengemühle. Sie ist die erste Vorsitzende der Projekthilfe Chile, einem Verein, der seit 1980 in Bremen ansässig ist und sich unermüdlich für notleidende Kinder und Jugendliche in Concepción, Chile, einsetzt. Die Geschichte von Hengemühle ist faszinierend – geboren in Chile, kam sie im zarten Alter von 16 Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Hier hatte sie die Möglichkeit, eine medizinische Ausbildung zu absolvieren, die ihrer Familie in Chile verwehrt blieb.
Die Projekthilfe Chile unterstützt vor allem durch Patenschaften, Infrastrukturmaßnahmen und Familienhilfen. Das Ziel? Kindern und Jugendlichen eine bessere Zukunft zu bieten. Der Verein hat mittlerweile rund 200 Mitglieder und ist bundesweit aktiv. Besonders stolz ist Hengemühle darauf, dass mindestens 100 Patenkinder in Berufe integriert werden konnten. Doch die Situation in Chile ist kritisch: Durch verheerende Waldbrände sind viele Familien und Kinder, die bereits von den Projekten profitieren, erneut in Not geraten. Daher hat der Verein einen neuen Spendenaufruf gestartet, um diesen Familien zu helfen.
Notfallhilfe und Waldbrände
Die Waldbrände in Chile sind eine Katastrophe, die nicht nur die Natur, sondern auch das Leben von Menschen ernsthaft bedroht. Über 20 Menschen haben ihr Leben verloren, Hunderte Häuser sind in Flammen aufgegangen, und zehntausende Menschen sind betroffen. Inmitten dieser Tragödie leisten Organisationen wie die SOS-Kinderdörfer Nothilfe für die Kinder, Jugendlichen und Familien in den betroffenen Regionen. Teams vor Ort in Ránquil und Portezuelo verteilen Lebensmittel und Hilfsgüter. Leider wurde das SOS-Kinderdorf in Chaimávida vollständig zerstört, aber glücklicherweise kamen dabei keine Menschen zu Schaden, da die Familien bereits in die nahe Stadt Concepción umgezogen waren.
Die Situation zeigt einmal mehr, wie verletzlich die Menschen in Chile sind. Die Waldbrände wurden durch starke Winde angefacht – ein verheerendes Geschenk der Natur, das viele in ihrer Existenz bedroht. Die geplante Umgestaltung des SOS-Kinderdorfs in einen Freizeit- und Begegnungsort sowie Schulungszentrum für Mitarbeitende könnte ein Lichtblick in dieser dunklen Zeit sein.
Ein Blick auf die Herausforderungen in Lateinamerika
Wie wir wissen, ist Lateinamerika ein Hotspot für Naturkatastrophen. Seit dem Jahr 2000 sind über 190 Millionen Menschen von verschiedenen Katastrophen betroffen, darunter Wirbelstürme, Erdbeben und, nun ja, auch diese verheerenden Waldbrände. Der Klimawandel macht die Sache noch schlimmer, führt zu häufigeren Extremwetterereignissen und trifft besonders die ärmsten und sozial benachteiligten Schichten. Aktuelle Statistiken zeigen, dass rund 41 Millionen Menschen in der Region von Hunger betroffen sind – eine erschreckende Zahl, die uns alle zum Nachdenken anregen sollte.
Das Deutsche Rote Kreuz ist ebenfalls aktiv in der Region und arbeitet an bedarfsorientierten Hilfsansätzen. Ihre Projekte konzentrieren sich auf Gesundheit, Wasser- und Hygieneversorgung, sowie Ernährungssicherheit. Im Jahr 2023 erhielten 4.600 Familien humanitäre Unterstützung. Die Herausforderungen sind groß, doch es gibt auch Hoffnung durch die Unterstützung von verschiedenen Hilfsorganisationen, die sich für die vulnerable Bevölkerung einsetzen.
Die nächste Hauptversammlung der Projekthilfe Chile findet am 4. Juli in Bremen statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und vielleicht selbst aktiv zu werden – denn es gibt viel zu tun. Die Patenschaften kosten nur 36 Euro pro Jahr und können einen enormen Unterschied im Leben eines Kindes machen. Wenn das kein Grund ist, sich zu engagieren, dann weiß ich auch nicht weiter!