In Delmenhorst tut sich was! Das Willms-Gymnasium hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen und vergibt nun zum ersten Mal einen Förderpreis von 1000 Euro an seine Abiturienten. Ja, richtig gelesen! Dieser Preis richtet sich an Schüler, deren Bildungsweg von besonderen Herausforderungen geprägt ist – und das ganz unabhängig von ihrer Abiturnote. Denn wie wir alle wissen, ist der Weg zum Abschluss nicht immer ein Zuckerschlecken. Da können familiäre Schicksalsschläge, Umzüge oder gesundheitliche Beeinträchtigungen schon ganz schön an den Nerven zerren. Doch genau solche Geschichten sind es, die es wert sind, gewürdigt zu werden.

Die Bewerbungsfrist für diesen tollen Preis endet am 10. Juni, und die Schüler sind aufgefordert, sich mit einem formlosen Schreiben und einer ausführlichen Begründung zu bewerben. Aber nicht nur die Schüler selbst können ihre Geschichten einreichen – auch Familienangehörige und Lehrkräfte sind herzlich eingeladen, Vorschläge für die Preisträgerschaft zu unterbreiten. Eine neunköpfige Jury, die sich aus Mitgliedern der Schulleitung, des Fördervereins und ehemaligen Preisträgern zusammensetzt, wird dann die drei Gewinner auswählen. Und die Spannung steigt: Die Jury ist zur Verschwiegenheit verpflichtet und wählt die Preisträger vor den Abiturprüfungen aus.

Ein inspirierendes Beispiel

Ein besonderes Beispiel, das den neuen Förderpreis inspiriert hat, ist die Geschichte von Mani Khuda Dadi. Der gebürtige Afghane kam 2016 nach Deutschland und hat sein Abitur am Willms-Gymnasium abgelegt. Heute studiert er Bauingenieurwesen an der Hochschule Bremen. Seine beeindruckende Lebensgeschichte zeigt, dass man trotz aller Widrigkeiten seine Träume verwirklichen kann. Und das Willms-Gymnasium hat mit dem Film „Wege ans Willms“, der anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Schule produziert wurde, diesem Thema ein Gesicht gegeben. Es ist ein Film, der inspiriert und zeigt, was alles möglich ist.

Natürlich spielt Bildung in unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle. Der Zugang zu Bildung sollte für alle Kinder und Jugendlichen gleich sein, unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund. Laut dem Nationalen Bildungsbericht 2020 ist der Bildungsweg stark abhängig vom sozialen Milieu. Das ist eine Herausforderung, die nicht ignoriert werden kann. Der Koalitionsvertrag hat sich daher dem Abbau von Bildungsbarrieren gewidmet. Es geht darum, allen Kindern und Jugendlichen die Grundausrüstung für eine erfolgreiche gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Die Förderrichtlinie „Abbau von Bildungsbarrieren: Lernumwelten, Bildungserfolg und soziale Teilhabe“ ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Forschung und Bildungsgerechtigkeit

Im Rahmen der Bildungsforschung wird außerdem das Multi-Kohorten-Sequenz-Design (MKDS) des NEPS vorgestellt. Hier beschäftigt man sich mit der Aufbereitung von Erhebungsdaten, um diese als Scientific-Use-Files zur Verfügung zu stellen. Für Forscher ist das eine wertvolle Ressource, um Daten über verschiedene Lernumwelten zu analysieren. Auch die Wechselwirkungen zwischen schulischen und außerschulischen Lernbedingungen werden hier in den Fokus gerückt. Denn wer will schon in einer „Schule der Träume“ sitzen, während das Umfeld alles andere als förderlich ist?

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Es ist spannend zu sehen, wie das Willms-Gymnasium und die Initiativen im Bereich Bildungsgerechtigkeit zusammenkommen, um positive Veränderungen zu bewirken. Wo es Herausforderungen gibt, entstehen oft auch neue Chancen. Und genau darum geht es: Die Identifikation von Ansätzen zur Reduzierung von Bildungsbarrieren und das Schaffen von Lernumfeldern, in denen jeder die Möglichkeit hat, sein Potenzial zu entfalten. Das ist eine Aufgabe, die uns alle betrifft und die wir gemeinsam angehen müssen.