Die Stadt Delmenhorst hat im April 2023 einen entscheidenden Schritt in Richtung einer klimaneutralen Zukunft gemacht. Mit dem neuen kommunalen Wärmeplan soll die Wärmeversorgung bis 2040 schrittweise klimaneutral werden. Das ist nicht nur ein ambitioniertes Ziel, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstoßes, der in Deutschland durch die Wärmeversorgung stark beeinflusst wird. Über 50 % des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfallen auf die Wärmeversorgung – und das ist kein Zuckerschlecken, denn etwa 80 % dieser Wärme kommen aus fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl. Es wird Zeit, dass wir umdenken!

Mohamad Sadek Mortada, der Koordinator für kommunale Wärmeplanung in Delmenhorst, hebt hervor, dass der Wärmeplan ein strategisches Planungsinstrument ist. Es geht hier nicht um den sofortigen Bau neuer Fernwärmeleitungen – vielmehr wird ein Fahrplan erstellt, der sowohl zentrale Lösungen, wie Wärmenetze, als auch dezentrale Lösungen, beispielsweise Wärmepumpen, berücksichtigt. Das Ziel ist klar: Transparenz für Investitionsentscheidungen schaffen und Fehlinvestitionen vermeiden. In den nächsten fünf Jahren wird die Stadt sich intensiv mit vertiefenden Untersuchungen und ersten Umsetzungsprojekten beschäftigen.

Wärmeversorgung der Zukunft

Das Thema Wärmeversorgung ist brisant. Fast jeder zweite der 41 Millionen Haushalte in Deutschland heizt mit Gas, und auch die Fernwärme, die aktuell 14 % der Wärmeversorgung ausmacht, wird größtenteils aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Die steigenden Preise für Gas und Öl haben die Heizkosten in die Höhe schnellen lassen. Deswegen ist es jetzt umso wichtiger, dass die zukünftige Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme setzt. Es ist an der Zeit, dass die Kommunen strategisch planen. Schließlich soll das Ganze auch kosteneffizient und klimafreundlich sein.

Ein neues Gesetz, das am 1. Januar 2024 in Kraft tritt, wird diese Planung unterstützen. Dabei wird die rechtliche Grundlage für eine flächendeckende Wärmeplanung in Deutschland geschaffen. Kommunen müssen Wärmepläne erstellen, und das Gesetz gibt klare Vorgaben für die Inhalte und Arbeitsschritte. Besonders spannend: Ab 2025 sollen mindestens 65 % der Wärme aus erneuerbaren Energien oder Abwärme stammen, und bis 2040 soll das Wärmenetz vollständig fossilfrei sein. Dänemark hat uns bereits gezeigt, wie es geht – hier sind Kommunen verpflichtet, langfristige Wärmepläne zu erstellen.

Ein Blick auf Delmenhorst

In Delmenhorst geht man mit gutem Beispiel voran. Der Wärmeplan wird nicht nur als Leitfaden für Energiegenossenschaften dienen, sondern auch durch Machbarkeitsstudien zu Wärmenetzen ergänzt. Die Stadt stellt ein interaktives Webportal bereit, auf dem interessierte Bürger Informationen zu geeigneten Lösungen für ihren Stadtteil einsehen können. So wird jeder ermutigt, aktiv an der Energiewende mitzuwirken. Und das ist auch nötig, denn die Herausforderungen sind groß. Die Stadt konzentriert sich in den kommenden Jahren auf die Bestandsanalyse und Potenzialanalyse – also darauf, den Wärmebedarf und die verfügbaren Wärmequellen zu ermitteln.

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Aber es gibt auch Unterstützung auf Bundesebene: Der Bund stellt bis 2028 finanzielle Hilfen in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung, um die Erstellung von Wärmeplänen zu fördern. Das Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) wird den Kommunen dabei unter die Arme greifen. Es ist eine spannende Zeit für Delmenhorst, und die Weichen für eine nachhaltige, klimaneutrale Zukunft sind gestellt. Man darf gespannt sein, welche ersten Umsetzungsprojekte in den nächsten Jahren auf uns zukommen werden!