In der Stadtbücherei Delmenhorst wird es am Freitag, dem 22. Mai, eine besondere Lesung geben. Leyla Bektas, die auf eine bewegte Familiengeschichte zurückblickt, wird aus ihrem Familienroman „Wie meine Familie das Sprechen lernte“ lesen. Einlass ist ab 19 Uhr und die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Überraschenderweise ist der Eintritt frei! Wer Interesse hat, sollte sich jedoch schnell anmelden, denn Plätze sind begrenzt. Das geht ganz einfach telefonisch unter 04221/992476 oder per E-Mail an stadtbuecherei@delmenhorst.de.

Die Autorin, die in Bremen als Tochter einer deutschen Mutter und eines türkischen Vaters aufwuchs, möchte mit ihrer Lesung die Geschichten und Identitäten ihrer Familie sichtbar machen. Leyla Bektas gehört zur Religionsgemeinschaft der Aleviten, und diese kulturellen Wurzeln prägen nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr literarisches Schaffen. Musikalisch wird die Lesung von David Niedermayer begleitet, der auf der Oud spielt. Seine Kompositionen sind eine wunderbare Mischung aus orientalischen Klängen, die Einflüsse aus der Türkei, Griechenland und Syrien vereinen.

Ein Blick auf die Themen des Romans

Die Protagonistin Alev im Roman hat es nicht leicht. Sie beginnt, die Geschichte ihrer alevitischen Familie in der Türkei zu erforschen, nachdem sie bemerkt, dass ihre Familie lange Zeit geschwiegen hat. Fragen über die Vergangenheit, wie etwa die Migration ihres Vaters in die 1970er Jahre als linksaktivistischer Student nach Köln oder das Schicksal des Textilunternehmens ihres Onkels in Istanbul, treiben sie an. In einer Zeit, in der die politische Lage in der Türkei nach dem gescheiterten Putschversuch 2016 immer angespannter wird, ist es für Alev ein schwieriges Unterfangen, ihre Identität zu finden. Sie kämpft mit ihren inneren Konflikten und findet erst am Ende des Buches ihren Frieden.

Das Schweigen, das viele alevitische Familien umgibt, wird von Bektas oft als Schutzmechanismus beschrieben. In Workshops für kreatives Schreiben in alevitischen Gemeinden möchte sie diese Perspektiven in die deutsche Literaturwelt hineintragen. Denn die Realität ist, dass es in der deutschen Literatur nur wenige Romane über alevitische Geschichten gibt. Das macht die Lesung in Delmenhorst umso wichtiger, denn sie trägt zur Aktionswoche „Toleranz und Vielfalt“ bei. Diese Woche, die vom 18. bis 23. Mai stattfindet, wird durch die Wanderausstellung „Toleranz-Räume“ auf der Hertie-Fläche an der Langen Straße ergänzt. Ein Motto, das den Zusammenhalt in Vielfalt thematisiert und uns alle dazu anregt, über unsere eigenen Geschichten nachzudenken.

Kulturelle Verbindungen und die Kraft der Literatur

Die Lesung ist eine Kooperation von verschiedenen Organisationen, darunter Kermit e.V. und die Alevitische Gemeinde Dortmund. Es ist eine wunderbare Gelegenheit, die Vielfalt der Kulturen zu feiern und die Geschichten zu hören, die oft im Hintergrund bleiben. Leyla Bektas und David Niedermayer nehmen die Zuhörer mit auf eine Reise, die nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch das Herz berührt. Die Verbindung von Literatur und Musik schafft eine Atmosphäre, die das Verständnis und die Toleranz füreinander fördert. Es gibt nichts Schöneres, als in den Klang der Geschichten und Melodien einzutauchen und sich dabei selbst zu entdecken.

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