Heute ist der 9.05.2026 und in Celle, wo der Alltag immer ein wenig anders ist, gibt es wieder einmal viel zu berichten. Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover ist seit einer Woche wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Das sorgt für ordentlich Wirbel im Verkehrschaos, und fünf Bahnfahrende haben ihre Erfahrungen mit dem Schienenersatzverkehr geteilt. Ein Blick auf das, was die Menschen hier bewegt.
Judith Engeler aus Lüneburg ist eine dieser Stimmen. Ihre 89-jährige Mutter liegt im Krankenhaus in Hannover, und der Besuch ist für Judith zu einer echten Herausforderung geworden. Anstatt der gewohnten Zugfahrt, die in der Regel schnell und unkompliziert war, benötigt sie nun drei Stunden für die Strecke. Das ist kein Spaß, wenn man sich um einen pflegebedürftigen Menschen kümmern muss. „Ich konnte sie seit der Sperrung nicht besuchen“, erzählt sie, und man merkt, die Sorge um ihre Mutter lastet schwer auf ihr.
Lange Wartezeiten und verpasste Verbindungen
Ulf Heinrich, ein Lokführer im Fernverkehr, ist ein weiterer Pendler, der die Umstellung zu spüren bekommt. Täglich fährt er nach Hannover, aber jetzt hat sich seine Reisezeit auf fast zwei Stunden pro Strecke verlängert. „Ich habe mehrmals meinen Ersatzbus in Celle verpasst“, klagt er. Das führt zu langen Wartezeiten und einer Menge Frustration. Die fehlende Koordination zwischen Bus und S-Bahn in Celle ist für ihn ein großes Ärgernis. Man fragt sich, ob da nicht etwas mehr Organisation nötig wäre.
Jörg Augustin aus Celle hat ebenfalls mit den Tücken des Schienenersatzverkehrs zu kämpfen. Sein Versuch, nach Hamburg zu fahren, wurde von einem falschen Bus und einem Zugausfall überschattet. „Die Busse sind unbequem, und Toiletten gibt’s auch nicht“, schimpft er. Man kann sich vorstellen, dass solche Fahrten schnell zur Geduldsprobe werden.
Hendrik Bode hat die Nase voll. Er pendelte früher brav mit dem Zug, aber jetzt greift er wieder zum Auto. „Das Autofahren ist zwar stressiger, aber schneller“, sagt er. Ein kleiner Lichtblick, könnte man meinen, auch wenn es nicht die ideale Lösung ist.
Ein weiteres Problem wird von Janina Vernal Schmidt, einer Professorin aus Hamburg, angesprochen. Sie hat durch die Sperrung der Strecke Hamburg-Berlin eine wichtige Ausweichstrecke verloren. Die Bauarbeiten an der Strecke Hamburg-Berlin sollen bis Mitte Juni abgeschlossen sein, was die Situation für viele Pendler nicht einfacher macht. Die Arbeiten zwischen Hamburg und Hannover haben im Mai begonnen und laufen planmäßig, aber in Etappen. Das macht die Sache nicht einfacher.
So sind die Menschen hier in Celle gefordert, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Das Pendeln wird durch die Bauarbeiten zur Geduldsprobe, die Zeit scheint sich zu dehnen, und die Nerven liegen blank. Doch das Leben muss weitergehen, auch wenn die Reisezeit sich verdoppelt hat oder man in einem unbequemen Bus sitzt. Hier in Norddeutschland geht es weiter – mit einem Lächeln, einem Seufzer und der Hoffnung auf baldige Besserung.