Heute ist der 8.05.2026, und in Celle gibt es Grund zur Freude und zum Nachdenken. Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Celle haben ein bemerkenswertes Projekt ins Leben gerufen – sie haben neue Geschichts- und Erinnerungstafeln erstellt, die auf dem Stadtfriedhof aufgestellt werden. Diese Tafeln gedenken nicht nur der Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs, sondern bieten auch wertvolle Informationen über die Kriegsgräberfelder, die den Stadtfriedhof prägen. Eine wunderbare Initiative, die das historische Gedächtnis der Stadt in die Hände der Jugend legt!
Das Projekt wurde durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ermöglicht, eine Organisation, die sich intensiv der Suche, Bergung und würdigen Bestattung von Kriegstoten im Ausland widmet. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen – bis jetzt wurden 5,4 Millionen Kriegstote und Vermisste erfasst, und in 45 Ländern gibt es über 830 deutsche Kriegsgräberstätten. Das ist nicht nur eine beeindruckende Zahl, sondern auch ein Zeichen für die nachhaltige Erinnerungskultur, die der Volksbund pflegt. Besonders lobenswert ist, dass der Kreisverband Celle mit seinen 333 Mitgliedern einen klaren Fokus auf Bildung und Erinnerungskultur legt.
Ein Blick zurück in die Geschichte
Ein bisschen Geschichte gefällig? Die erste Geschichts- und Erinnerungstafel der Region wurde im Schuljahr 2017/2018 durch ein Projekt des Bomann-Museums Celle ins Leben gerufen. Diese erste Tafel erinnert an die Kriegsgefangenen der Celler Lager und die auf dem Lagerfriedhof in Scheuen bestatteten Toten, die von 1914 bis 1923 dort ihre letzte Ruhestätte fanden. So schließt sich der Kreis: Die neuen Tafeln, die unter der Leitung von Dr. Sune Schlitte entstehen, thematisieren auch die schrecklichen Zeiten der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft von 1933 bis 1945. Erinnern ist wichtig, und Landrat Axel Flader hebt die Verantwortung junger Menschen in diesem Kontext hervor.
Doch die Arbeit des Volksbundes geht über das Gedenken hinaus. In Westeuropa sind Grabkreuze und Namentafeln weit verbreitet, während in anderen Ländern, wie Polen oder der Russischen Föderation, Stele oder Namenbücher genutzt werden, um den vielen Opfern zu gedenken. Die Gräberstätten sind nicht nur Orte des Gedenkens, sondern auch Teil der Landschaft, in der sie eingebettet sind. Das Ziel ist es, den Opfern der Gewaltherrschaft ein würdiges Gedenken zu schaffen, und dafür müssen viele kleine Grablagen, vor allem aus dem Zweiten Weltkrieg, umgebettet werden.
Die Bedeutung der Erinnerung
Das Engagement der IGS Celle und des Volksbundes zeigt, wie bedeutend es ist, dass wir die Erinnerung an die Vergangenheit aktiv pflegen. Es geht um mehr als nur um Tafeln und Daten – es geht um die Menschen, die hinter diesen Zahlen stehen. Die Schicksale, die Tragödien und die Geschichten, die erzählt werden müssen. Damit zukünftige Generationen nicht vergessen, was geschehen ist, und um sicherzustellen, dass solche Gräueltaten niemals wiederholt werden.
In diesem Sinne ist das Projekt nicht nur ein Zeichen des Respekts gegenüber den Verstorbenen, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung für eine verantwortungsvolle und aufmerksame Gesellschaft. Manchmal braucht es nur eine kleine Initiative, um eine große Wirkung zu erzielen, und genau das ist hier in Celle passiert.