Heute ist der 10.06.2026 und die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft, die in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen wird, steigt. Doch während Fans sich auf packende Spiele und spannende Public-Viewing-Events freuen, bleibt für die Gastronomie im Landkreis Celle eine ganz andere Frage im Raum stehen: Wie lässt sich das alles mit fairen Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten vereinbaren? Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat sich klar positioniert. Sie setzt sich für rund 3.130 Gastro-Beschäftigte ein und verlangt faire Dienstpläne, die Rücksicht auf persönliche Umstände nehmen. Alleinerziehende Mütter, pflegende Angehörige – sie alle haben es nicht immer leicht, und während der WM soll es nicht noch schwerer werden.

Die WM verspricht spannende Nächte – mit Anstoßzeiten, die sich zwischen 18 Uhr und 6 Uhr morgens bewegen. Das bringt natürlich eine Herausforderung für die Gastronomie mit sich. Viele Spiele starten um 22 Uhr oder sogar um 1 Uhr. Ob das für alle Betriebe rentabel ist? Die NGG ist skeptisch und warnt die Gastronomen vor unfairen Arbeitsbedingungen. Es wird gefordert, dass Überstunden nicht nur gemacht, sondern auch bezahlt werden müssen. Außerdem gibt es den klaren Wunsch nach zusätzlichem Personal während der Spitzenzeiten der Fußballübertragungen. Denn es könnte eng werden – und das nicht nur beim Public Viewing.

Gastronomie im Umbruch

Die Forderungen der NGG sind nicht nur lokal relevant. Auch im Märkischen Kreis, wo 4.250 Beschäftigte in der Gastronomie arbeiten, wird das Thema lautstark diskutiert. Während die WM naht, betont die NGG, dass übermäßige Überstunden keine Lösung darstellen. Die persönliche Lebenssituation der Mitarbeiter muss in der Einsatzplanung unbedingt berücksichtigt werden. Was nützt das schönste Spiel, wenn die Beschäftigten am nächsten Tag erschöpft sind? Die Gastronomiebetriebe sind gefordert, auch zu Stoßzeiten ausreichend Personal einzuplanen.

Ein weiterer entscheidender Punkt sind die Überstundenvergütungen. Die NGG macht deutlich, dass die WM nicht zu dauerhafter Mehrarbeit führen darf. Die bevorstehenden Tarifverhandlungen in Nordrhein-Westfalen sind ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Eine Lohnerhöhung von sechs Prozent wird gefordert, und das ist mehr als gerechtfertigt. Schließlich hat die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent seit Januar bei den Beschäftigten kaum spürbare Veränderungen gebracht. Eine Lohnerhöhung von sechs Prozent würde beispielsweise für ausgebildete Köche oder Kellner in Vollzeit mindestens 164 Euro mehr pro Monat bedeuten.

Ein Appell an die Arbeitgeber

Die NGG appelliert eindringlich an die Arbeitgeber, konstruktiv zu verhandeln, um nicht nur gute Arbeitsbedingungen zu schaffen, sondern auch eine angemessene Bezahlung zu gewährleisten. Mit Blick auf die bevorstehenden Spiele und die damit verbundenen Herausforderungen ist es wichtig, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Denn nur so kann die Gastronomie in Celle während der WM nicht nur die Fans, sondern auch die Mitarbeiter glücklich machen. Und das ist schließlich das Ziel – ein gelungenes Fest für alle, ohne dass jemand auf der Strecke bleibt.

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