Celle erhält EU-Qualitätssiegel für Schlaganfallversorgung: Ein Fortschritt für die Region!
Welch großartige Nachricht für die Region! Die Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) des Allgemeinen Krankenhauses Celle hat die begehrte Zertifizierung als „ESO Stroke Centre“ von der European Stroke Organisation (ESO) erhalten. Das ist nicht nur ein Titel, sondern ein echtes Qualitätssiegel! Damit wird die Schlaganfallversorgung am AKH Celle auf europäisches Niveau gehoben. In Zeiten, in denen jede Minute zählt, ist das eine echte Wohltat für alle, die in der Umgebung leben.
Die Stroke Unit in Celle bietet eine schnelle Diagnostik und gezielte Behandlung für Patienten mit akutem Schlaganfall. Ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten arbeitet Hand in Hand, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Lebenswichtige Körperfunktionen werden kontinuierlich überwacht – das ist wichtig, um Komplikationen rechtzeitig zu erkennen und zu handeln. Dr. Alexander Emmer, Chefarzt der Neurologie am AKH Celle, macht deutlich, dass nur rund 50 Kliniken in Deutschland diese Anerkennung haben und das zeigt, wie besonders die Versorgung hier ist.
Regionale Schlaganfallversorgung
Die Zertifizierung ist nicht nur ein schönes Zertifikat an der Wand. Sie ermöglicht moderne, leitlinienorientierte Schlaganfallversorgung direkt vor der Haustür, ohne lange Transportwege. In Deutschland gibt es jährlich etwa 270.000 Schlaganfallfälle – das sind erschreckend viele, und gerade deshalb ist schnelles Handeln gefragt. Dr. Thomas Lerch-Riedl, Leiter der Stroke Unit, weist darauf hin, dass medikamentöse Thrombolyse und spezialisierte Stroke Units seit über 25 Jahren zur Verfügung stehen. Diese Entwicklungen haben die Akuttherapie des Schlaganfalls erheblich verbessert.
Doch wie sieht es mit der Erreichbarkeit aus? Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2020 wurden bis zu ein Drittel der Patienten mit leichten Symptomen und 20 % der schwer betroffenen Patienten nicht in zertifizierte Stroke Units transportiert. Das ist alarmierend, denn Zeit und Qualität sind entscheidend. Maximal eine Stunde nach einem Notruf sollte der Patient im Krankenhaus sein, wobei die Fahrtzeit nicht mehr als 30 Minuten betragen sollte. Glücklicherweise könnten 94 % der Bevölkerung innerhalb dieser Zeitspanne zu einer Stroke Unit gelangen. Für die restlichen 6 % sind spezielle Versorgungskonzepte nötig – eine Herausforderung, die angegangen werden muss.
Innovationen in der Schlaganfallbehandlung
Die modernen Behandlungsmöglichkeiten, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, können schwere Folgen eines Schlaganfalls verhindern, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden. Verfahren wie die Thrombektomie haben sich als äußerst effektiv erwiesen und verbessern das Funktionsniveau nach einem Schlaganfall. Tatsächlich wurden 2023 bereits 6 % der Patienten damit behandelt. Umso wichtiger ist es, dass die Bevölkerung über die Warnzeichen eines Schlaganfalls informiert ist. Frühes Erkennen und sofortiger Notruf können Leben retten!
In der Region gibt es zudem innovative Ansätze wie telemedizinische Konsile zur Unterstützung von Schlaganfall-Patienten. Diese Tele-Stroke-Units bieten eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Versorgung und machen es möglich, auf Expertenwissen zurückzugreifen, auch wenn der Patient nicht direkt in einer Stroke Unit ist.
Die aktuellen Entwicklungen in der Schlaganfallversorgung zeigen, dass noch viel zu tun ist. Aber mit der Zertifizierung des AKH Celle als „ESO Stroke Centre“ sind wir auf einem guten Weg. Wenn jeder von uns ein bisschen aufmerksamer ist und die Warnzeichen eines Schlaganfalls kennt, können wir gemeinsam dazu beitragen, dass die Versorgung in unserer Region noch besser wird. Denn am Ende zählt jede Minute – und jede Minute kann einen Unterschied machen.
