Schulenberg im Oberharz – ein Name, der bei einigen vielleicht Erinnerungen an einen Ort weckt, der längst nicht mehr auf der Landkarte steht. Tatsächlich wurde der alte Ort in den 1950er Jahren geflutet, um Platz zu schaffen für den Okerstausee. An einem sonnigen Tag wie heute kann man sich kaum vorstellen, dass hier einst fast 300 Menschen lebten. Die kleine Gemeinde war geprägt von bescheidenen Holzhäusern, die sich harmonisch in die schöne Harzlandschaft einfügten. Doch am 29. August 1954 begann die Umsiedlung. Die alte Heimat wurde zum Opfer des Fortschritts – die Okertalsperre wurde gebaut, um Überschwemmungen, wie sie in der Vergangenheit durch die Schneeschmelze in Wolfenbüttel und Braunschweig verursacht wurden, zu verhindern.

Die neue Siedlung entstand rund 100 Meter höher auf dem Großen Wiesenberg. Ein Umzug, der nicht nur mit schweren Herzen, sondern auch mit viel Medienaufmerksamkeit vonstatten ging. Der Bürgermeister führte die Bewohner an, während die alten Häuser abgerissen wurden – ein langsamer, aber sicherer Abschied von einer Geschichte, die mehr als 500 Jahre umfasste. Es gibt sogar Berichte, dass die Kirchturmspitze des versunkenen Dorfes gelegentlich im Okerstausee sichtbar ist. Komischerweise gab es im alten Schulenberg nie eine Kirche, was die Legende nur noch mysteriöser macht.

Die Okertalsperre und ihre Geheimnisse

Die Okertalsperre selbst ist ein beeindruckendes Bauwerk. Mit einer Höhe von 75 Metern und einer Länge von 260 Metern bietet sie nicht nur Schutz, sondern auch eine atemberaubende Kulisse. Der Stausee hat eine Fläche von 225 Hektar und kann bis zu 47 Millionen Kubikmeter Wasser speichern. Hier wird nicht nur die Trinkwasserversorgung sichergestellt, sondern auch ein beliebtes Freizeitparadies für Schwimmer, Segler und Kanufahrer geschaffen. Bei Niedrigwasser kann man die Überreste der alten Grundmauern sehen, die wie Geister aus der Vergangenheit aus dem Wasser ragen. Ein faszinierendes Schauspiel, das die Besucher in seinen Bann zieht.

Wer auf dem Wasser unterwegs ist, kann an Schiffsrundfahrten teilnehmen, die über die versunkenen Teile des Dorfes führen. Dabei gibt es spannende Informationen zur Geschichte von Schulenberg und der Okertalsperre. Ein ganz besonderes Highlight ist die nachgebaute Kirchturmspitze, die der Kapitän der Okersee-Schifffahrt GmbH im Stausee verankert hat. So hat die Vergangenheit einen kleinen Platz in der Gegenwart gefunden.

Freizeitmöglichkeiten im Harz

Heutzutage ist Schulenberg Teil der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld und lebt vom Tourismus. Die umliegende Natur bietet eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten. Ob Golfen, Wandern, Ski fahren oder Mountainbiking – hier findet jeder etwas, um seine Zeit in der frischen Harzluft zu genießen. Und dann gibt es da noch den Romkerhaller Wasserfall, der mit seiner künstlichen Anlage von etwa 70 Metern Höhe ein beliebtes Ziel für Ausflügler ist. Im Winter verwandelt sich der Wasserfall in ein gefrorenes Wunderland und zieht Eiskletterer aus ganz Deutschland an.

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So zeigt sich der Harz nicht nur als ein Ort der Geschichte und Legenden, sondern auch als ein Ort voller Leben und Abenteuer. Die Geschichten des versunkenen Schulenbergs und die atemberaubende Natur des Harzes ziehen zahlreiche Besucher an, die sich von der Magie dieser Region verzaubern lassen. Ein Ausflug hierher ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch ein Abenteuer in der Gegenwart.