In Norddeich brodelt es gewaltig. Die Gastronomiebetriebe Havanna und Nordisch23 stehen vor dem Aus. Zum Jahresende laufen die Pachtverträge der Betreiberfamilie Sado aus, und eine Verlängerung scheint in weiter Ferne. Lukas Sado, der Kopf hinter den beiden Restaurants, hat kürzlich 150.000 Euro in eine neue Küche investiert – ein Schritt, der jetzt wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirkt. Die Diskussion um die Zukunft der beiden Betriebe ist in vollem Gange, und die Sorgen sind groß. Schließlich sind rund 30 Mitarbeiter betroffen, darunter auch 13 Auszubildende, die ihre Zukunft in der Gastronomie noch vor sich haben.

Die Schließung wirft nicht nur einen Schatten auf die betroffenen Angestellten, sondern sorgt auch für große Aufregung in sozialen Netzwerken. Vor allem auf Facebook wird über die Situation diskutiert. Dehoga-Chef Thorsten Albers warnt vor den negativen Folgen für die gesamte gastronomische Infrastruktur in Norddeich. „Es mangelt an Restaurants, und weniger Gastronomie könnte die Anzahl der Touristen negativ beeinflussen“, erklärt er. Das ist ein ernstes Wort!

Die Auszubildenden im Fokus

Besonders besorgniserregend ist die Lage der neun vietnamesischen Auszubildenden, die von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Aurich vermittelt wurden. Jelto Müller, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, hat bereits Gespräche mit den Sados aufgenommen, um die jungen Talente anderweitig unterzubringen, falls die Verträge wirklich nicht verlängert werden. Man fragt sich, wie es mit diesen jungen Leuten weitergeht – sie haben sich hier ein neues Leben aufgebaut.

Die Situation ist nicht allein ein lokales Problem. Die Gastronomie in Deutschland hat es in den letzten Jahren nicht leicht gehabt. Im Jahr 2023 hat jedes zehnte Unternehmen in der Branche aufgegeben. Die Zahlen sind alarmierend: 14.000 Schließungen in diesem Jahr allein, und seit 2020 haben etwa 48.000 Betriebe das Zeitliche gesegnet. Die Inflation und die Nachwirkungen von Corona haben vielen Betrieben das Genick gebrochen. Sogar die Anhebung der Umsatzsteuer für Speisen auf 19 Prozent ab Januar 2024 verschärft die Lage weiter. Irgendwie fühlt man sich als Gastronom in diesen Zeiten wie ein Kämpfer, der gegen einen Sturm ankämpfen muss.

Pachtverträge und ihre Tücken

Ein wichtiger Aspekt, der oft übersehen wird, sind die Pachtverträge. Sie sind das Rückgrat jeder Gastronomie. Ein gut durchdachter Pachtvertrag kann rechtliche Unsicherheiten vermeiden und die Bedingungen des Pachtverhältnisses klar regeln. Dabei sind einige Punkte zu beachten: Die Pachtnehmer müssen die Betriebs- und Nebenkosten tragen und für die Instandhaltung des Pachtobjekts sorgen. Wenn man darüber nachdenkt, ist es schon erstaunlich, wie viele Gastronomiebetriebe an diesen vermeintlich „einfachen“ Punkten scheitern.

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Die Kündigungsfristen, die in der Regel drei Monate zum Ende eines Monats betragen, können für Betreiber schnell zum Problem werden. Besonders in Krisenzeiten, wenn die Planungssicherheit fehlt, wird es für viele schwierig, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Familie Sado sieht sich nun in einer misslichen Lage – und das nicht nur, weil sie in eine neue Küche investiert haben.

Ein Blick in die Zukunft

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Wie viele Betriebe werden noch schließen müssen? Und was passiert mit den Auszubildenden, die auf der Suche nach einer Perspektive sind? Die Gastronomie hat in Deutschland schon immer eine besondere Stellung eingenommen. Sie ist nicht nur ein Ort des Genusses, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Doch derzeit sieht die Lage alles andere als rosig aus. Man könnte fast sagen, es ist wie ein Tanz auf der Rasierklinge.

Die Hoffnung bleibt, dass sich die Situation stabilisiert und die Gastronomen in Norddeich bald wieder fröhlich ihre Türen öffnen können. Es wäre schade, wenn die kulinarische Vielfalt der Region verloren ginge. Denn letztendlich ist es die Gemeinschaft, die am Ende des Tages zählt. Und die sollte sich auch in der Gastronomie widerspiegeln – egal, ob in einem kleinen Bistro oder einem feinen Restaurant.