In Wolgast, einer kleinen Stadt in Vorpommern, wird gegen den Ärztemangel angekämpft – und das mit einem frischen Ansatz! Das Kreiskrankenhaus hat einen Weiterbildungstag für Allgemeinmediziner ins Leben gerufen. Das Besondere daran? Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an niedergelassene Ärzte, sondern auch an Krankenhausmitarbeiter. Damit soll den Herausforderungen des Ärztemangels in der Region aktiv begegnet werden. Und das Interesse ist groß: Alle 35 Plätze für diesen ersten Weiterbildungstag sind bereits belegt!

Die Organisatoren haben sich in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Förderung der Weiterbildung mächtig ins Zeug gelegt. Das Programm umfasst spannende Themen wie Innere Medizin und Altersheilkunde – zwei Bereiche, die in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger werden. Chefärztin Raila Busch hat zudem das Ziel, junge Mediziner für die Arbeit vor Ort zu begeistern. Das ist besonders wichtig, denn auf Usedom stehen in den kommenden fünf Jahren zahlreiche Hausarztpraxen vor der Schließung. Es ist also höchste Zeit zu handeln!

Demografische Herausforderungen und Nachwuchsgewinnung

Doch warum ist der Ärztemangel so drängend? Trotz einer steigenden Zahl von Ärztinnen und Ärzten in Deutschland – über 421.000 sind es mittlerweile – bleibt das Problem bestehen. Vor mehr als 60 Jahren gab es nur rund 92.000 Ärzte, was einem Arzt auf 786,3 Einwohner entsprach. Heute ist das Verhältnis besser, etwa ein Arzt kommt auf 197,6 Einwohner. Dennoch gibt es viele Regionen, in denen offene Stellen unbesetzt bleiben. Ein Grund dafür ist der demografische Wandel: Die Bevölkerung wird älter, und der Bedarf an medizinischer Versorgung steigt.

In der Allgemeinmedizin und Inneren Medizin stehen etwa 20% der Ärzte kurz vor dem Ruhestand. Das erschwert die Situation zusätzlich. Wer will da nicht das Landarztstipendium ins Leben rufen oder umfassende Ausbildungsprogramme anbieten, um den medizinischen Nachwuchs langfristig zu binden? Und das ist auch nötig! Denn statistisch gesehen braucht es 1,2 Nachwuchsärzte, um einen ausgeschiedenen Arzt zu ersetzen – das ist kein Pappenstiel!

Attraktivität des Arztberufs im Wandel

Ein weiterer Aspekt, der den Ärztemangel verschärft: Die Attraktivität des Arztberufs hat in den letzten Jahren abgenommen. Lange Arbeitszeiten und eine unzureichende Work-Life-Balance schrecken viele Medizinstudierende ab. Im Wintersemester 2022/2023 gab es über 35.000 Bewerbungen auf gerade mal 9.948 Studienplätze. Und das ist nicht nur ein Zufall – Schätzungen zufolge entscheiden sich 10-15% der Medizinstudierenden nach dem Abschluss gegen den Arztberuf. Es ist also kein Wunder, dass der Fokus auf der Weiterbildung und Nachwuchsgewinnung liegt.

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Die Bürokratie, die mit dem Arztberuf einhergeht, ist ein weiteres Hindernis. Fast die Hälfte der Ärzte verbringt täglich mehr als zwei Stunden mit Verwaltungsaufgaben. Da bleibt nicht viel Zeit für das, was wirklich zählt: die Patientenversorgung. In einer Zeit, in der der Druck auf das Gesundheitssystem steigt, ist es umso wichtiger, dass Initiativen wie die in Wolgast nicht nur einmalig, sondern regelmäßig stattfinden. Bei positiver Resonanz könnte dieses Format zukünftig fortgesetzt werden. Und das wäre ein echter Lichtblick für die Region!