In Stralsund brodelt es gewaltig – und das nicht nur wegen der frischen Brise von der Ostsee. Ein 36-jähriger Mann hat vor dem Landgericht ein Geständnis abgelegt, das die Gemüter der dortigen Bürger und die Justiz gleichermaßen bewegt. Der Angeklagte gestand, zwischen 2022 und 2025 in großem Stil mit Drogen gehandelt zu haben. Haschisch, Kokain, Marihuana und Ecstasy waren Teil seines Repertoires. Die Drogen bezog er nicht nur aus Stralsund, sondern auch von Dealern in Greifswald. Das Gericht hat für das Verfahren drei Verhandlungstage angesetzt, mit einem möglichen Urteil, das bis Ende Juni 2026 gefällt werden könnte.

Besonders schockierend ist die Erkenntnis, dass der Angeklagte sogar Kokain an einen Minderjährigen verkauft hat. Ursprünglich wollte er lediglich Drogen für den Eigenbedarf kaufen, doch dann fiel ihm auf, dass sich damit Geld verdienen ließ. Monatlich beschaffte er bis zu fünf Kilogramm Haschisch und Marihuana für stolze 6.500 Euro. Die Übergaben fanden an unauffälligen Orten statt, beispielsweise in der Nähe des Tierparks oder im Keller seiner Wohnung. Seine Lebensgefährtin und ihr Sohn sollten von diesen Machenschaften nichts mitbekommen. Der Umsatz des Drogenhandels belief sich auf beachtliche 690.325 Euro. Was mit dem Geld passiert ist, bleibt unklar – die Staatsanwaltschaft hat jedoch die Einziehung des Geldes beantragt.

Ein Netzwerk im Dunkeln

Die Ermittlungen rund um diesen Fall sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Das Kriminalkommissariat Stralsund hat parallel dazu ein ganzes Drogenhändler-Netzwerk aufgedeckt. Die Ermittlungen, die Anfang 2024 begannen, führten zur Festnahme von zwei Haupttätern im August 2024 – zwei Männer im Alter von 25 und 27 Jahren, beide aus Stralsund. Sie wurden verdächtigt, gewerbsmäßig Drogen zu handeln. Die Ausmaße ihrer Geschäfte sind erschreckend: Über 50 kg Cannabis, mehr als 8 kg Amphetamin, etwa 850 g Kokain und mehrere tausend Ecstasy-Pillen gingen über den Tisch. Wöchentliche Umsätze im unteren fünfstelligen Eurobereich wurden generiert, und bei Durchsuchungen wurden sogar Waffen und verbotene Gegenstände sichergestellt.

Die Strafe für die beiden Haupttäter fiel ebenfalls nicht gering aus: Nach vier Verhandlungstagen wurden sie zu 4 Jahren und 11 Monaten sowie 3 Jahren und 5 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem müssen sie jeweils rund 165.000 Euro als Wertersatz zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig und zeigt, wie ernst die Justiz diese Vergehen nimmt. Die Verbindung zwischen Drogenhandel und anderen schweren Straftaten, wie Betrug und Raub, bringt zusätzliches Licht in die dunkle Welt des Drogenmilieus.

Ein Blick in die Zukunft

Die Ermittlungen sind noch lange nicht abgeschlossen. Über zwanzig weitere Beschuldigte stehen in Verbindung mit den Haupttätern. Es wird wohl noch einiges ans Licht kommen, was die Bevölkerung von Stralsund in Atem halten wird. Die Frage, die sich viele stellen, ist: Wie kann so etwas in einer Stadt wie Stralsund geschehen? Die Antwort darauf ist vielschichtig und erfordert eine tiefere Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

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In der Zwischenzeit bleibt abzuwarten, wie die Verhandlungen um den 36-jährigen Angeklagten verlaufen werden und welche weiteren Entwicklungen im Drogensumpf von Stralsund ans Licht kommen. Die Stadt wird weiterhin im Blickpunkt der Behörden stehen – und auch in den Schlagzeilen der Nachrichten.