Am 29. Mai 2026 war es endlich soweit: Die neue Polizeistation am Marienplatz in Schwerin wurde feierlich eröffnet! Ein großer Tag für die Stadt, die seit der Schließung der alten Wache im Jahr 2013 auf eine dauerhafte Anlaufstelle für ihre Bürger gewartet hat. Die mobile Übergangslösung, die in den letzten Jahren bereitgestellt wurde, konnte die wachsenden Sicherheitsbedenken nicht wirklich ausräumen. Vor allem, weil die Stadtteile rund um den Marienplatz in den letzten Jahren zu einem Brennpunkt für Gewalt, Drogen und Diebstähle geworden sind. Ein Umstand, den viele Anwohner und Geschäftsleute nicht länger hinnehmen wollten.
Die Schließung der ursprünglichen Wache war damals eine Reaktion auf Umzüge in die Schlossstraße, doch die Folgen waren verheerend. Nach dem tödlichen Messerangriff auf einen 17-Jährigen im Februar 2025 wurde die Debatte über die Sicherheit in der Innenstadt neu entfacht. Innenminister Christian Pegel kündigte daraufhin die Rückkehr der Polizei an den Marienplatz an. Eine mobile Polizeiwache wurde eingerichtet, während die Suche nach einem dauerhaften Standort begann. Ende 2025 fiel die Entscheidung zugunsten der Marienplatz-Galerie – und voilà, die neue Polizeistation war geboren!
Ein Lichtblick für die Schweriner
Die neue Wache wird montags bis samstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet sein. Damit ist sie nicht nur ein sichtbares Zeichen für die Rückkehr der Polizei, sondern auch eine zentrale Anlaufstelle für die Bürger. Kontaktbereichsbeamte werden dort ihren Arbeitsplatz haben und sich um die Belange mehrerer Schweriner Stadtteile kümmern. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bezeichnete die Eröffnung als Erfüllung eines Wunsches vieler Schweriner, die sich eine stärkere Polizeipräsenz in ihrer Stadt gewünscht haben.
Mit täglich etwa 45.000 Passanten, die den Marienplatz überqueren, ist die neue Polizeistation Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts. Dieses sieht nicht nur die stationäre Präsenz vor, sondern auch Videoüberwachung und verstärkte Streifen, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Die Polizei in Deutschland verzeichnete 2024 insgesamt 5.837.445 Verdachtsfälle mutmaßlicher Straftaten. Besonders auffällig ist, dass Eigentums- und Vermögensdelikte über 50 % der erfassten Verdachtsfälle ausmachen. Körperverletzungs- und Gewaltdelikte machen dabei etwas mehr als 10 % aus.
Ein Blick auf die Zahlen
Die Kriminalitätsrate bewegt sich seit den 1990er Jahren konstant um die Marke von sechs Millionen Fällen. Zwischen 2017 und 2021 gab es zwar einen Rückgang der erfassten Verdachtsfälle, doch 2022 und 2023 stiegen die Zahlen wieder an. Der Rückgang bei Drogendelikten, vor allem durch die Teillegalisierung von Cannabis, könnte hier eine Rolle spielen, während andere Drogen wie Kokain weiterhin auf dem Vormarsch sind. Ein Phänomen, das nicht nur Schwerin, sondern ganz Deutschland betrifft.
Die Aufklärungsquote lag 2024 bei 58 %. Dunkelfeldstudien zeigen jedoch, dass die tatsächliche Kriminalität in der Bevölkerung die in amtlichen Statistiken erfassten Verdachtsfälle übersteigt. So gaben 14,7 % der Befragten an, Opfer von Cyberkriminalität geworden zu sein. Ein Thema, das in der heutigen Zeit immer relevanter wird, denn Männer sind häufiger Opfer von Straftaten, Frauen hingegen sehen sich oft Sexualstraftaten und Partnerschaftsgewalt ausgesetzt.
Die Eröffnung der Polizeistation am Marienplatz ist also nicht nur ein Zeichen der Rückkehr zur Sicherheit, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung, um das Gefühl von Sicherheit und Schutz in der Stadt wiederherzustellen. In einer Zeit, in der die Gesellschaft immer sensibler auf Kriminalität reagiert, ist es wichtig, dass die Polizei sichtbar und ansprechbar ist, um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen.