In Schwerin ist die Zeit für das Hotel „Zur Traube“ abgelaufen. Seit dem 1. März ist das traditionsreiche Haus in der Ferdinand-Schultz-Straße geschlossen. Kein Licht brennt mehr, und die Türen bleiben verschlossen. Für viele Schweriner und Touristen, die in der Vergangenheit dort verweilten, ist das ein Verlust, der nicht nur einen Ort, sondern auch viele Erinnerungen betrifft.
Das Hotel war mehr als nur ein Übernachtungsort. Als ehemalige Kneipe war „Zur Traube“ ein zentraler Anlaufpunkt und ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Reisende. Die Atmosphäre war einladend, und es wurde viel gelacht und erzählt, während die Gläser gefüllt wurden. In den 1990er-Jahren galt die „Traube“ als Kultkneipe – ein Geheimtipp, den jeder kannte, der in der Stadt lebte.
Eine bewegte Geschichte
Die Wurzeln des Hauses reichen bis ins Jahr 1872 zurück, als hier ein Weinlokal gegründet wurde. Zehn Jahre später wurde es zu einem Hotel ausgebaut und erlebte in den 1920er-Jahren eine Umbenennung in „Zur Hopfenblüte“. Doch die Tradition der Gastfreundschaft wurde in den 1950er-Jahren mit der Wiederbelebung als „Zur Traube“ fortgeführt. Das Restaurant erlangte sogar Auszeichnungen im Gaststättenwettbewerb – ein echter Leckerbissen für die Liebhaber guter Küche.
Das Betreiber-Paar, das nach zehn Jahren in den Ruhestand ging, hinterlässt eine große Lücke. Die ehemaligen Mitarbeiter Matti und Dani, die 1994 die Kneipe „Freischütz“ eröffneten, erinnern sich gerne an die Zeiten in der „Traube“. Die zwölf Betten, die das Hotel offerierte, waren bei Touristen und Stammgästen gleichermaßen beliebt. Viele kamen wegen des Charmes des Hauses und der herzlichen Atmosphäre.
Die Zukunft der „Traube“?
Die hohe Nachfrage nach Informationen über die Zukunft des Gebäudes zeigt, dass die „Traube“ noch lange nicht vergessen ist. Ein neuer Eigentümer hat das Haus übernommen und plant, es künftig privat zu nutzen. Das Schild mit der Traube hängt jedoch weiterhin am Gebäude und lässt die Erinnerungen an die glorreichen Zeiten lebendig werden. Ein Gefühl von Nostalgie schwebt in der Luft – die Geschichten des Hauses sind in den Wänden gespeichert.
Ob und wie die „Traube“ wieder zum Leben erweckt werden kann, bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit bleibt nur zu hoffen, dass die Erinnerungen an die besonderen Momente, die dort verbracht wurden, nicht verblassen. Die Stadt Schwerin hat mit der Schließung des Hotels einen weiteren Teil ihrer lebendigen Geschichte verloren.
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