Heute ist der 20.05.2026 und während ich in Sassnitz sitze und das frische, salzige Meer rieche, liegt ein bisschen Wehmut in der Luft. Mecklenburg-Vorpommern, das als Urlaubsland bekannt ist, hat in den letzten Jahren einen regelrechten Touristenboom erlebt. Im Vorjahr besuchten rund 8 Millionen Urlauber diese malerische Region, und die Übernachtungen summierten sich auf stolze 33 Millionen. Das klingt alles ziemlich gut, oder? Doch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) beschreibt die Lage der Tourismusbranche als angespannt. Immerhin ist der Druck durch steigende Kosten – sei es bei Energie, Personal oder im Einkauf – ein ständiger Begleiter für Hotellerie und Gastronomie.

Die Tourismusbranche hat sich in der Region in den letzten Jahren gewandelt. Die neu gegründete MV Tourismus GmbH hat versucht, frischen Wind in die Tourismuswerbung zu bringen, nachdem der vorherige Tourismusverband aufgrund eines Subventionsbetrugs in die Schlagzeilen geriet. Das Ziel? Das hohe Niveau der Tourismuszahlen nicht nur zu halten, sondern vielleicht sogar auszubauen. Mit Events wie der SailGP in Sassnitz bietet das Land seinen Gästen nicht nur Naturerlebnisse, sondern auch eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen und Sportevents.

Ein Blick in die Zukunft

Die Vorhersagen für 2025 sind vielversprechend: Über 33 Millionen Übernachtungen und etwa 8 Millionen Gäste werden prognostiziert. Das wäre das zweitbeste Ergebnis für Mecklenburg-Vorpommern. Doch auch hier spiegelt sich die Unsicherheit wider. Lars Schwarz, der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes MV, spricht von einem Umsatzrückgang im sechsten Jahr in Folge. Und das trifft nicht nur die großen Hotels, sondern auch kleine, familiäre Betriebe, die oft von der Kaufzurückhaltung und dem Konsumverzicht der Gäste betroffen sind.

Für das Jahr 2026 gibt es zwar erste Zahlen, doch die Lücken sind groß. Im Januar wurden 1.022.228 Übernachtungen gezählt, im Februar waren es 1.228.446. Die Gesamtübernachtungen belaufen sich bis jetzt auf 2.250.674. Auch bei den Ankünften sieht es ähnlich aus – 267.173 im Januar und 355.605 im Februar. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Zahlen im Laufe des Jahres entwickeln werden, denn die Branche sehnt sich nach einer Stabilisierung.

Die Herausforderungen der Branche

Das Gastgewerbe steht unter immensem Druck. Die Beschäftigtenzahlen sind im Vergleich zu 2015 gesunken; im Januar 2026 lag der Index bei 95,5 und im Februar bei 95,0. Die Umsätze? Hier fehlen leider auch die konkreten Zahlen, was die Unsicherheit umso mehr verstärkt. Es ist offensichtlich: Viele Betriebe kämpfen ums Überleben und müssen kreative Lösungen finden, um ihre Gäste zurückzugewinnen.

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Die Herausforderungen sind vielfältig, und die Branche braucht eine starke Gemeinschaft, um diese Hürden zu überwinden. „Gemeinsam für Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubsland werben“ – das ist Schwesigs Appell an alle Beteiligten. Die Natur, die Kultur, die Sportevents – all das muss ins rechte Licht gerückt werden, um das Vertrauen der Urlauber zurückzugewinnen. Und so genieße ich das Meer, während ich darüber nachdenke, wie wichtig es ist, dass wir alle zusammenhalten, um diese schöne Region lebendig zu halten.