Heute ist der 21.05.2026, und in Rostock brodelt es. Der Landkreis steht vor einer echten Herausforderung – und das nicht nur, weil die Sonne scheint. CDU und AfD haben sich gegen die Erhöhung der Kreisumlage und den Nachtragshaushalt für 2026 ausgesprochen. Das hat weitreichende Folgen. Der Landkreis bleibt in vorläufiger Haushaltsführung, was bedeutet, dass die Verwaltung nur noch Pflichtaufgaben erfüllen darf. Ein bisschen wie ein marodes Schiff, das nur noch die nötigsten Segel setzt, um nicht unterzugehen. Investitionen oder freiwillige Leistungen sind in dieser Lage ein Tabu.

Der Kreistag, der sich am Mittwoch versammelt hat, hat den Nachtragshaushalt abgelehnt. Ein finanzielles Desaster zeichnet sich ab. Das Innenministerium hat den Haushalt für 2026 nicht genehmigt, weil ein Defizit von 19,3 Millionen Euro in der Luft hängt – ein echter Schock für alle Beteiligten. Besonders die Forderung des Innenministeriums, die Kreisumlage von 43,57 auf 49,73 Prozent zu erhöhen, hat für Aufregung gesorgt. SPD und FDP/Freie Wähler versuchten, einen Kompromiss auf 45,5 Prozent vorzuschlagen, was den Gemeinden zusätzliche 6 Millionen Euro Kosten aufbürden würde. Doch die Mehrheit des Kreistags hat auch diesen Vorschlag abgelehnt. Irgendwie zeigt sich hier ein Muster: Die Verwaltung bleibt handlungsunfähig, und die Entscheidung liegt nun beim Innenministerium.

Kritik und Frustration

Landrat Sebastian Constien (SPD) warnt eindringlich vor einem Konflikt mit dem Innenministerium. Maik Ritter (SPD) appelliert an die „wirtschaftliche Vernunft bei sozialer Verantwortung“. Und Steffen Marklein von den Grünen warnt, dass Untätigkeit negative Folgen haben könnte. Das klingt alles ein bisschen nach einer politischen Schlammschlacht, die niemand wirklich gewinnen kann. Axel Wiechmann (CDU) und Hans-Werner Moltzen (AfD/BD) bringen ihre Frustration über die Finanzierungssituation zum Ausdruck. Da ist sie wieder, die Kritik an der Landesregierung wegen unzureichender finanzieller Entschädigung für übertragene Aufgaben. Es wird immer deutlicher: Der Druck wächst – und die Zeit spielt nicht auf der Seite des Landkreises.

Eine ähnliche Situation zeichnet sich in anderen Regionen Deutschlands ab. Im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein plant man eine Erhöhung der Kreisumlage um 2,5 Prozentpunkte. Das wird der Gemeinde Sülfeld, mit ihren 3.500 Einwohnern, weitere 131.430 Euro pro Jahr kosten. Fehlende Mittel für dringend benötigte Feuerwehrprojekte sind da nur das Sahnehäubchen auf dem ohnehin schon vollen Tisch. Im Landkreis Starnberg steigt der Kreisumlagehebesatz auf satte 55,8 Prozent. Das lässt einen schon erschaudern! Auch der Kreis Karlsruhe hat mit über 39,75 Prozent zu kämpfen. Es scheint fast so, als wären die Landkreise in Deutschland in einer Art finanzieller Zwickmühle gefangen.

Die große Herausforderung

Die steigenden Kosten im Sozialbereich, insbesondere in der Jugendhilfe, und die höheren Personalkosten belasten die Kreishaushalte enorm. Das wird besonders deutlich im Landkreis Starnberg, wo die Bezirksumlage bereits 30 Prozent des Verwaltungshaushalts ausmacht. Die Städte und Gemeinden stehen unter Druck, da die hohen Kosten für den öffentlichen Nahverkehr und die Flüchtlingsunterbringung die Kassen zusätzlich strapazieren. Auch Henstedt-Ulzburg hat bereits ein Defizit von drei Millionen Euro; eine Erhöhung um 2,5 Prozentpunkte würde weitere 1,4 Millionen Euro kosten!

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Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist nicht gerade rosig. Bürgermeister im Werra-Meißner-Kreis fordern sogar einen Verzicht auf die Erhöhung der Kreisumlage. Der Kreistag dort stimmte am 8. Dezember für eine Haushaltssatzung ohne diese Erhöhung. Das zeigt, dass es auch Lichtblicke gibt, wenn die Umstände es zulassen. Aber die Finanzhilfe des Landes und der geringere Zuschussbedarf eines Klinikums haben diesen Verzicht erst ermöglicht. In der gesamten Bundesrepublik sprechen Finanzdezernenten von einer „historischen Haushaltskrise“ für Städte und Gemeinden. Und die Ursachen? Ein Investitionsrückstau, sinkende Steuereinnahmen und die Inflation tun ihr Übriges.

Die Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände drängen auf Reformen, um den Anteil der Kommunen an den Gemeinschaftssteuern zu erhöhen. Immerhin tragen die Kommunen derzeit über 25 Prozent der Ausgaben, erhalten aber nur etwa 14 Prozent an öffentlichen Steuereinnahmen. Es wird nicht einfacher für die Kreistage in Deutschland, die vor schwierigen Entscheidungen über ihre Haushalte für 2026 stehen. Rostock ist dabei nur ein Beispiel von vielen, die zeigen, wie prekär die finanzielle Lage in den Landkreisen geworden ist.