Im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt es seit kurzem Grund zur Besorgnis. Im Mai 2026 wurde eine BoDV‑1-Infektion beim Menschen bestätigt – und das wirft einige Fragen auf. Die Borna-Krankheit, seit über einem Jahrhundert als Tierseuche bekannt, hat sich als Zoonose etabliert. Plötzlich ist das, was lange als weit von uns entfernt galt, zum Thema geworden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt, dass in Deutschland jährlich nur fünf bis zehn Fälle auftreten. Dennoch, so selten sie sind, verlaufen diese Erkrankungen oft lebensbedrohlich.

Der Übeltäter, das Borna-Virus, verursacht schwere Entzündungen des Gehirns. Und hier wird’s wirklich beunruhigend: Mögliche Symptome reichen von Verhaltensauffälligkeiten über Sprach- und Gangstörungen bis hin zu einem Koma. Die Zahlen sind alarmierend. Eine Studie aus 2024 zeigt, dass von 45 erkrankten Personen 44 starben. Das lässt einen schon schlucken, nicht wahr?

Die Rolle der Feldspitzmaus

Das natürliche Reservoir des Borna-Virus ist die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon). Diese kleinen Kreaturen scheinen das Virus in sich zu tragen, ohne selbst zu erkranken, und scheiden es über Kot, Urin und Speichel aus. Komisch, aber wahr: Man kann sich anstecken, wenn man mit diesen Ausscheidungen in Kontakt kommt, etwa beim Ausfegen von Scheunen oder Schuppen. Einmalhandschuhe sind also nicht nur eine Empfehlung, sie sind ein absolutes Muss! Und tote Mäuse sollte man – ganz ehrlich – nicht mit bloßen Händen anfassen. Einmalhandschuhe oder Schaufeln sind da die bessere Wahl.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach jetzigem Wissensstand nicht bekannt. Das gibt einem ein bisschen Sicherheit, aber Vorsicht ist trotzdem geboten. Experten raten dazu, bei der Reinigung von potenziell kontaminierten Orten wie Ställen oder Dachböden sehr achtsam zu sein. FFP2-Masken und Handschuhe sind hier die besten Freunde. Und nach getaner Arbeit – eine gründliche Dusche und das Waschmaschinenprogramm für die Kleidung nicht vergessen!

Wichtige Schutzmaßnahmen

Der Landkreis hat die Situation ernst genommen und gibt kostenfrei FFP2-Masken aus Altbeständen des Katastrophenschutzlagers an den Empfangstresen der Verwaltungsstandorte Parchim und Ludwigslust aus. Das ist ein kleiner Lichtblick, aber trotzdem bleibt der Schutz vor Ansteckung die oberste Priorität. Die Symptome der Bornavirus-Infektion sind anfangs unspezifisch: Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit – alles Dinge, die man leicht ignoriert. Doch wenn es zu neurologischen Symptomen kommt, wird’s ernst: Verwirrtheit, Konzentrations- und Sprachstörungen, Krampfanfälle – das klingt nach einem Albtraum.

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Das Virus bleibt fast ausschließlich auf das zentrale Nervensystem beschränkt, und die Übertragungswege sind noch wenig bekannt. Man vermutet, dass die natürliche Infektion über die Schleimhaut der oberen Luftwege erfolgt, insbesondere die Riechschleimhaut. Das alles macht die Sache noch unheimlicher, denn das Virus bleibt bis zu vier Tage lang auf getrockneten Blättern von Gartenkräutern infektiös. Da denkt man zweimal nach, bevor man frische Kräuter pflückt!

Was uns bleibt, ist, wachsam zu sein und auf die Warnungen der Gesundheitsbehörden zu hören. Mehr Informationen gibt es online beim RKI unter www.rki.de. Es ist keine leichte Zeit, aber mit den richtigen Maßnahmen und einem wachsamen Auge können wir vielleicht verhindern, dass das Borna-Virus weiter um sich greift.