Am 20. Juni 2023 wird es in Parchim einen ganz besonderen Anlass geben, der nicht nur die Theaterliebhaber der Stadt in Aufregung versetzt. Thomas Ott-Albrecht, der langjährige Intendant des Parchimer Theaters, verabschiedet sich nach über 30 Jahren aus seinem Amt und geht in den wohlverdienten Ruhestand. Dieser Abschied wird gebührend gefeiert, und das ganz unter dem Motto „Theater für alle“. Das klingt doch schon mal einladend, oder? Alle Interessierten sind herzlich willkommen, und das sogar ohne eine Eintrittskarte – sozusagen ein Fest für die ganze Stadt!
Die Feier beginnt um 16 Uhr im Großen Saal der Kulturmühle, einer Location, die erst vor kurzem in neuem Glanz erstrahlt ist. Nach einem offiziellen Teil, der sicher viele bewegende Momente bereithält, wird es auf der Terrasse und im Foyer Raum für Gespräche und Erinnerungen geben. Wer also schon immer mal wissen wollte, welche Geschichten hinter den Kulissen des Parchimer Theaters stecken, hat hier die Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, was Thomas Ott-Albrecht alles erlebt hat. Und bitte nicht vergessen: Wegen begrenzter Kapazitäten ist eine Anmeldung erforderlich! Wer sich anmelden möchte, kann sich mit Martina Mayer-Geerts per E-Mail in Verbindung setzen.
Ein Rückblick auf die Theatergeschichte in Parchim
Das Parchimer Theater hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1945 zurückreicht, als die „Bunte Bühne Parchim“ auf Beschluss der sowjetischen Stadtkommandantur gegründet wurde. Damals war die erste Spielstätte ein ehemaliges Hotel in der Blutstraße, das 1873 erbaut wurde. In den 50er-Jahren entwickelte sich das Theater zu einem Dreispartentheater, das Schauspiel, Orchester und Musiktheater in einem bot. Ein gewisser Hans Reupert übernahm in den 60ern die Leitung und holte talentierte Absolventen der staatlichen Schauspielschule Berlin nach Parchim. Das war die Zeit, als namhafte Schauspieler wie Walfriede Schmitt und Horst Krause erstmals auf der Bühne standen. Ein echtes Highlight für das Theater! In den besten Zeiten beschäftigte das Parchimer Theater bis zu 130 Mitarbeiter.
Doch die Zeiten änderten sich. Mitte der 80er-Jahre kam es zu einer Neuausrichtung, und nach der Wende firmierte das Theater als „Mecklenburgisches Landestheater Parchim“. Der historische Spielort in der Blutstraße war jedoch zunehmend marode, und 2014 wurde der Spielbetrieb im Großen Saal eingestellt. Nur bestimmte Bereiche blieben bespielbar, und die Zukunft des Theaters schien ungewiss.
Die Renaissance des Parchimer Theaters
Doch 2015 kam es zu einem Wendepunkt: Der Landkreis kaufte das Mühlenareal, und in Zusammenarbeit mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Stadt Parchim wurde die Eldemühle in eine Kulturmühle umgewandelt. Die Fusion des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin mit dem Mecklenburgischen Landestheater Parchim im Jahr 2016 führte zur Umbenennung in „Junges Staatstheater Parchim“. Im Mai 2023 war es dann soweit: Das Parchimer Theater kehrte zurück auf die Bühne, und die neue Kulturmühle öffnete ihre Türen für das Publikum. Ein Festakt am 17. Mai 2023 markierte diesen Neuanfang.
Die Theatergeschichte ist nicht nur ein Rückblick auf vergangene Zeiten, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche und Transformationen. Es ist bemerkenswert, wie sich das Theater über die Jahrzehnte entwickelt hat – vom Hof- und Staatstheater hin zur modernen Kunstform. Günther Rühle, ein bedeutender Theaterhistoriker, hat in seinem Werk „Theater in Deutschland von 1887 bis 1947“ genau solche Veränderungen portraitiert. Ein Hinweis darauf, dass Theater immer auch ein Abbild seiner Zeit ist.
So, liebe Leserinnen und Leser, markiert euch den 20. Juni in eurem Kalender! Es wird ein Fest, das nicht nur den Abschied eines Intendanten feiert, sondern auch die lange und bewegte Geschichte des Parchimer Theaters ehrt. Freuen wir uns auf viele Geschichten, Erinnerungen und vielleicht auch das ein oder andere Tränchen der Rührung!