Feier der Menschlichkeit: 15 Jahre Luisendomizil in Neustrelitz
In Neustrelitz, wo die Seen glitzern und die Luft nach frischem Gras riecht, wurde vor kurzem ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Das Hospiz „Luisendomizil“ hat sein 15-jähriges Bestehen mit einem fröhlichen Sommerfest begangen. Wer hätte gedacht, dass ein Ort, der so viel Liebe und Fürsorge ausstrahlt, bereits ein ganzes Jahrzehnt und ein bisschen mehr für Menschen in ihren letzten Lebensphasen da ist? Gegründet im Sommer 2011, war es das erste Hospiz des DRK-Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte und hat seither eine wichtige Rolle in der Region eingenommen. Ein weiteres Hospiz, der „Müritzpark“ in Waren, ergänzt mittlerweile das Angebot.
Die Arbeit im Luisendomizil ist nicht einfach. Hier werden Menschen mit schweren Erkrankungen aufgenommen, die oft nur noch wenig Zeit haben. Die Mitarbeiter – insgesamt 18 hoch engagierte Menschen – erfüllen den Sterbenskranken fast jeden Wunsch. Und das sind häufig ganz einfache Dinge. Ein Eis mit Eierlikör, eine Ente mit Rotkohl oder vielleicht der letzte Ausflug an einen Lieblingsort – diese kleinen Freuden bringen Wärme in die letzten Tage.
Ein flexibler Alltag und unermüdlicher Einsatz
Die Bewohner leiden häufig an Krebs im Endstadium, sind geplagt von chronischen Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Umso wichtiger ist der flexible Tagesablauf im Hospiz, der Raum für individuelle Bedürfnisse lässt. Rund um die Uhr stehen die Mitarbeiter bereit, um die Patienten zu unterstützen. Ihre Aufgaben reichen von Schmerztherapie über Falldokumentationen bis hin zur Kommunikation mit Ärzten und Pflegeeinrichtungen. Auch die Angehörigen finden hier Unterstützung, denn die Pflege eines sterbenskranken Menschen kann eine enorme Belastung sein.
Die Teamarbeit im Luisendomizil ist bemerkenswert. Hier wird nicht nur zusammengearbeitet, sondern auch unterstützt. Supervision und Coachings helfen dabei, diese anspruchsvolle Arbeit zu bewältigen. Und wenn ein Bewohner verstirbt, wird eine Kerze vor dem Zimmer des Verstorbenen aufgestellt – ein stilles Zeichen des Gedenkens.
Unterstützung durch die Gemeinschaft
Die Menschen in Neustrelitz sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Informationen zur Unterstützung des Hospizes durch Spenden sind auf der Website des DRK zu finden. Zudem steht der AOK-Palliativwegweiser zur Verfügung, der bei der Suche nach Hospizen, ambulanten Palliativdiensten und Palliativärzten hilft. Hier kann jeder, der möchte, durch Eingabe seiner Postleitzahl oder des Orts, relevante Adressen und Kontaktdaten zur palliativen Versorgung finden.
Stationäre Pflegeeinrichtungen bieten ebenfalls Palliativpflege an und erstellen Konzepte zur Sterbebegleitung. Diese Konzepte beinhalten Maßnahmen zur Leidenslinderung und Unterstützung für Angehörige. Es ist beruhigend zu wissen, dass auch Einrichtungen für Menschen mit Behinderung gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten.
