Heute ist der 19.05.2026 und die Sonne scheint über Neustrelitz, als sich Mitglieder und Freunde des Vereins Queerstrelitz im Schlossgarten versammeln. Anlass ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie, ein Datum, das in der queeren Community einen ganz besonderen Stellenwert hat. In der Luft schwingt eine Mischung aus Aufregung und Entschlossenheit, während die Menschen um die Ildefonso-Statue stehen, an der eine bunte Flagge weht. Eine Musik-Box sorgt dafür, dass die Atmosphäre gleich noch ein Stückchen lebendiger wird.
Vereinsvorsitzender Christian Arnold Krüger ist mit von der Partie und betont, wie wichtig es ist, zusammenzukommen und sich gegenseitig zu unterstützen. „Es ist nicht genug, nur zu feiern, wir müssen auch die Themen anpacken“, sagt er und kritisiert den Begriff „Phobie“. „Feindlichkeit“ sei der treffendere Ausdruck, um die Herausforderungen zu benennen, mit denen queere Menschen konfrontiert sind. Trotz der Fortschritte für Schwule und Lesben bleibt der Weg für Transmenschen steinig – ein Thema, das Krüger besonders am Herzen liegt.
Ein offenes Ohr von alten Bekannten
Besonderes Interesse zeigt auch Ernst-August von der Wense, der ehemalige Stadtpräsident. Er gesellt sich zu den Anwesenden und sucht das Gespräch. Hier wird deutlich, dass es nicht nur um das Feiern von Vielfalt geht, sondern auch um den Dialog mit der Gesellschaft. „Wir müssen das Bewusstsein für die Belange queerer Menschen schärfen“, bringt er es auf den Punkt. Es ist ermutigend zu sehen, dass auch Vertreter aus der Politik bereit sind, zuzuhören und sich mit den Themen auseinanderzusetzen.
Die Polizei hat bereits empfohlen, für den kommenden Christopher-Street-Day im August in Neustrelitz mehr Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Ein Schritt, der zeigt, dass auch die Behörden die Notwendigkeit erkennen, für die Sicherheit der Teilnehmenden zu sorgen. „Wir sind schon weit gekommen, aber der Weg ist noch lang“, meint Krüger und blickt optimistisch in die Zukunft. Der Verein plant, solche Veranstaltungen künftig häufiger durchzuführen, doch dafür braucht er Fördermittel. Das Engagement und der Zusammenhalt der Community sind unübersehbar, und das ist es, was zählt.
Ein bunter Tag für alle
Der Schlossgarten verwandelt sich an diesem Tag in einen Ort der Begegnung. Menschen aller Altersgruppen kommen zusammen, um zu feiern, sich auszutauschen und zu informieren. Die bunten Farben der Flagge stehen nicht nur für Stolz, sondern auch für den Willen, die Sichtbarkeit für queere Menschen zu erhöhen. Ein kleiner Junge läuft vorbei und fragt neugierig, was all die Farben bedeuten. „Das ist Freude, das ist Liebe!“ ruft eine Teilnehmerin und lächelt. Ein schöner Moment, der zeigt, dass Aufklärung schon in der kleinsten Form beginnt.
Die Veranstaltung ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Es bleibt zu hoffen, dass die Stimmen der queeren Community gehört werden und dass der Druck auf die Gesellschaft, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, nicht nachlässt. Die bunte Flagge weht weiterhin stolz im Wind, ein Zeichen dafür, dass der Kampf um Akzeptanz und Gleichberechtigung weitergeht.