In Neustrelitz, der Geburtsstadt von Paul William Hiersche, läuft zurzeit eine ganz besondere Reise. Der 36-Jährige hat seinen Jahresurlaub in die Waagschale geworfen, um mit seinem Longboard von der Ostsee zum Bodensee zu fahren. Ja, richtig gehört! Über 1100 Kilometer stehen auf dem Plan, und er hat sich fest vorgenommen, am 28. Juni in Friedrichshafen anzukommen. Ziemlich sportlich, oder? Am 1. Juni fiel der Startschuss in Flensburg, und seitdem rollt er Tag für Tag in Richtung Süden.

Die Herausforderung ist enorm. Hiersche hat sich ein Jahr lang auf diese Tour vorbereitet, immer wieder kleinere Strecken zurückgelegt, um seine Wadenmuskulatur zu trainieren und sich auf die Strapazen einzustellen. „Es ist ein bisschen wie beim Marathon – die körperliche Vorbereitung ist alles“, sagt er. Auf seiner Route durch große Städte wie Hannover, Göttingen und Frankfurt hat er nicht nur seine körperlichen Grenzen getestet, sondern auch neue Bekanntschaften geschlossen. Unter anderem hat er ein plattdeutsches Wort gelernt: „Fofftein“ – was so viel wie eine 15-minütige Pause bedeutet.

Die Reise auf vier Rollen

Hiersche fährt seit 2014 Longboard und hat sich von einer Gruppe YouTuber inspirieren lassen, die von Sylt bis Schloss Neuschwanstein unterwegs waren. „Ich möchte zeigen, dass Longboard fahren nicht nur Spaß macht, sondern auch eine super Möglichkeit ist, die Natur zu erleben und neue Orte zu entdecken“, erklärt er. Mit 1325 Followern auf Instagram, YouTube und TikTok unter dem Namen Willkiy dokumentiert er seine Erlebnisse und nimmt seine Community mit auf die Reise.

Der Longboarder hat einen zehn Kilogramm schweren Rucksack dabei, der alles enthält, was er für seine Tour braucht – vom Schlafsack bis hin zu Wechselkugellagern für sein Board, falls die Kugellager rosten sollten. Schlau, oder? Er hat aus seinen Erfahrungen gelernt, sein Gepäck so weit wie möglich zu reduzieren. Übernachten tut er bei Freunden oder in Hostels, und für Notfälle hat er immer seinen Schlafsack dabei. Man weiß ja nie, wo man am Ende des Tages landet.

Das Wetter ist ein ständiger Begleiter auf seiner Tour. Bei Regen wird’s schnell unangenehm, und seine Kleidung wird nass. Um dem entgegenzuwirken, hat er ein Regencape eingepackt. „Es ist schon ein bisschen frustrierend, wenn man bei schlechtem Wetter unterwegs ist“, gesteht er. Aber Hiersche ist optimistisch und hat auch Puffertage eingeplant, um bei Bedarf flexibler zu sein.

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Ein persönliches Abenteuer

Diese Reise ist nicht nur ein sportliches Unterfangen, sondern eine persönliche Herausforderung. Hiersche möchte andere inspirieren, ebenfalls Longboard zu fahren und die Freiheit der Straße zu genießen. „Das Longboardfahren hat in den letzten Jahren etwas an Popularität verloren, aber ich denke, dass es gerade jetzt wieder an Bedeutung gewinnen kann“, meint er. Und das kann man ihm nur wünschen, denn er hat die Leidenschaft und den Mut, es zu tun.

Am zehnten Tag seiner Reise hat er Göttingen erreicht und ist auf dem Weg nach Hann. Münden. Die Landschaft wird zunehmend hügeliger, und mit jedem Kilometer wird die Strecke anspruchsvoller. „Aber genau das macht es spannend“, sagt Hiersche, während er weiter in Richtung Bodensee rollt. Nach seiner Tour plant er, das gesammelte Filmmaterial in einen kleinen Film zu schneiden und im Kino zu zeigen, in dem er arbeitet. Ein schöner Abschluss für ein unvergessliches Abenteuer! Wenn das mal nicht nach einer tollen Geschichte schreit!