Heute ist der 13. Mai 2026, und Neubrandenburg hat wieder einmal einen Grund zu feiern! Die Kunstsammlung Neubrandenburg öffnete ihre Türen für die mit Spannung erwartete Ausstellung „Wohnkomplex Neubrandenburg. Kunst und Leben im Plattenbau“. Die Eröffnung ist der Auftakt zu einem spannenden Dialog über die Prägung unserer Städte durch die DDR-Fertigbauweise, und die Fragen, die sich uns heute stellen – wie gehen wir eigentlich mit diesen oft umstrittenen Bauwerken um? Was sagen sie uns über unsere Vergangenheit und wie beeinflussen sie unsere Gegenwart?

Die Leiterin der Kunstsammlung, Ulrike Pennewitz, hat gemeinsam mit dem Kurator Kito Nedo ein Konzept entwickelt, das nicht nur Kunstwerke, sondern auch Erinnerungen und Identitätsfindung in den Mittelpunkt stellt. Gezeigt werden Fotografien von Ute Mahler und Sibylle Bergemann, die mit ihren eindrucksvollen Bildern das Lebensgefühl im Plattenbau der DDR festgehalten haben. Betonarbeiten von Juli Schupa und Gemälde von Wolfgang Mattheuer runden das Angebot ab und laden die Besucher ein, über die vielschichtige Bedeutung dieser Bauweise nachzudenken.

Ein Blick in die Vergangenheit und Gegenwart

Der Plattenbau war nicht nur ein architektonisches Modell, sondern auch Teil der DDR-Sozialpolitik und ein Symbol für den realsozialistischen Fortschritt. Bis 1990 wurde er oft positiv wahrgenommen, doch die Wende brachte eine soziale Spaltung mit sich, die bis heute nachhallt. Diese Ausstellung thematisiert nicht nur die ästhetischen Aspekte, sondern auch die sozialen Auswirkungen, die der Plattenbau auf die Stadtlandschaft und die Gesellschaft hat.

Ein besonders interessanter Aspekt ist der aktuelle Kontext der Wohnungsnot in Deutschland. Angesichts der steigenden Mietpreise und des Mangels an bezahlbarem Wohnraum ist der Plattenbau wieder in den Fokus gerückt. Er steht als ein Beispiel für eine Zeit, als der Staat versuchte, Wohnraum für alle zu schaffen – doch wie sieht es damit heute aus? Diese Fragen werden in der Ausstellung auf eindringliche Weise beleuchtet.

Künstler und ihre Werke

Eine Vielzahl von Künstlern ist vertreten, darunter namhafte Namen wie Karl-Heinz Adler, Jan Brokof und Uwe Pfeifer. Die Werke sind nicht nur Leihgaben, sondern stammen auch aus der eigenen Sammlung der Kunstsammlung Neubrandenburg. Hier wird deutlich, wie vielschichtig die Auseinandersetzung mit dem Thema Plattenbau ist. Die gezeigten Medien – von Fotografien über Skulpturen bis hin zu Installationen – laden die Besucher ein, in die verschiedenen Facetten des Lebens im Plattenbau einzutauchen.

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Kito Nedo, der für seine Arbeit bereits mit dem Justus Bier Preis für Kurator:innen ausgezeichnet wurde, hat es geschafft, eine Ausstellung zu kreieren, die sowohl die Transformation der Gesellschaft als auch die Kontinuitäten in der ostdeutschen Identität beleuchtet. Die Frage nach der Erinnerungskultur wird hier ebenso wichtig genommen wie der Blick in die Zukunft: Wie leben wir heute in diesen „Wohnkomplexen“?

Die Ausstellung wird bis Anfang August 2026 zu sehen sein und verspricht, ein spannendes Erlebnis zu werden – sowohl für Kunstliebhaber als auch für all jene, die sich für die Geschichte und Entwicklung unserer Städte interessieren. Wer also die Chance hat, vorbeizuschauen, sollte sie unbedingt nutzen!