In Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt in Güstrow, hat der Mordprozess um den achtjährigen Fabian, der im Oktober 2022 brutal getötet wurde, eine neue Wendung genommen. Die Angeklagte, eine 30-jährige Frau, schweigt weiterhin zu den Vorwürfen, doch die Handy-Auswertung bringt Licht ins Dunkel. Was sich da alles auf ihrem Smartphone abgespielt hat, ist schon fast erschreckend. In nur viereinhalb Tagen hat sie über 3.100 Mal Messengerdienste genutzt, dazu kommen 1.100 Sprachnachrichten und 207 Telefonate. Das lässt tief blicken, oder?

Am 10. Oktober 2022, dem Tag, an dem Fabian laut Staatsanwaltschaft ermordet wurde, reinigte die Angeklagte ihr Auto. Die Polizei konnte das durch WhatsApp-Nachrichten und Fotos belegen. Merkwürdig, denn vier Tage später wurde der Junge tot aufgefunden, seine Leiche fast vollständig verbrannt. Die Angeklagte wollte jedoch nicht zugeben, ihr Auto gereinigt zu haben – das wirft Fragen auf. Am 13. Oktober, einen Tag bevor die Polizei Fabians Leichnam entdeckte, chattete sie über die Suchaktion und machte eine bemerkenswerte Bemerkung über Wasserleichen und Brandleichen, die wenig DNA-Spuren hinterließen. Woher wusste sie das?

Die Beweise und das Motiv

Die Staatsanwaltschaft sieht Beziehungsprobleme als mögliches Motiv. Es ist bekannt, dass die Angeklagte ein Verhältnis mit Fabians Vater hatte, und die beiden sind mittlerweile wieder ein Paar. Ein bisschen dramatisch, oder? Das Gerichtsmedizinische Gutachten hat ergeben, dass Fabian durch Verbluten infolge von sechs Messerstichen starb. Die Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden. Forensiker haben über ein Dutzend Messer untersucht, jedoch ohne Nachweis von menschlichem Blut. Und das ist alles andere als ein gutes Zeichen für die Angeklagte.

Ein Polizeibeamter und Digitalforensiker haben die Auswertung des Handys am Landgericht Rostock durchgeführt. Dabei kam heraus, dass am Tag des Verbrechens eine Kameraaufnahme zeigte, dass sich das Auto der Angeklagten vor Fabians Wohnung aufhielt. Komischerweise hat die Angeklagte während der Verhandlung auf einem Aktendeckel gekritzelt, ganz unbeeindruckt von der Schwere der Vorwürfe. Der Prozess, der ursprünglich bis zum 2. Juli geplant war, wurde aufgrund des umfangreichen Beweisprogramms bis zum 10. September verlängert. Der nächste Verhandlungstermin steht am Freitag an, und es wird ein Zeuge erwartet, der als Erster am Fundort des Leichnams war.

Ein Blick auf die Kriminalität in Deutschland

Einen interessanten Kontext dazu bietet die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024. Demnach sank die Kriminalität in Deutschland leicht um 1,7 % auf 5.837.445 registrierte Straftaten im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund dafür ist die Cannabis-Teillegalisierung, die die Rauschgiftkriminalität spürbar reduziert hat. Auf der anderen Seite stieg die Gewaltkriminalität um 1,5 % auf 217.277 Fälle – der höchste Stand seit 2007. Besonders alarmierend ist der Anstieg der tatverdächtigen Kinder um 11,3 % und der Jugendlichen um 3,8 %.

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Diese Zahlen werfen ein Licht auf die gesellschaftlichen Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind. Die Fälle wie der um Fabian sind tragische Extremfälle, die in einem größeren Rahmen betrachtet werden müssen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Fall weiterentwickeln wird und welche weiteren Erkenntnisse die kommenden Verhandlungen bringen.