In Mecklenburg-Vorpommern geht’s gerade richtig rund – zumindest wenn es um Stiftungen geht! Immer mehr Menschen in der Region gründen Stiftungen, um sich für gemeinnützige Zwecke einzusetzen oder ihr Familienvermögen zu sichern. Im Jahr 2025 wurden gleich 12 neue Stiftungen ins Leben gerufen – ein bemerkenswerter Anstieg, wenn man bedenkt, dass in den zehn Jahren bis 2022 nur 20 Stiftungen gegründet wurden. Die neuen Initiativen wurden beim Neustiftertreffen in Schwerin vorgestellt, zu dem Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) regelmäßig einlädt. Hier treffen sich die Neugründer und tauschen sich über ihre Vorhaben aus.
Eine Stiftung ist mehr als nur ein Haufen Geld – sie ist ein dauerhaft angelegtes Vermögen, das einem bestimmten Zweck gewidmet wird. Die Stiftungen in Mecklenburg-Vorpommern verfolgen ganz unterschiedliche Ziele: von Bildung über Kultur bis hin zu sozialen Projekten. Interessanterweise sind von den 12 neuen Stiftungen 8 Familienstiftungen, die oft darauf abzielen, die finanzielle Unterstützung der Stifterfamilie und deren Nachkommen sicherzustellen. In der gesamten Region gibt es mittlerweile 210 Stiftungen, darunter 29 Familienstiftungen.
Stiftungen für eine bessere Zukunft
Die neuen gemeinnützigen Stiftungen, wie die Stiftung Zukunftswerk, die Klaus-Rothe-Stiftung oder die Owe-Gluth-Stiftung, setzen sich für eine Vielzahl von Themen ein. Sie fördern Wissenschaft, Bildung, Jugend- und Altenhilfe, Kultur, Sport sowie den Umwelt- und Naturschutz. Ein tolles Beispiel ist Robert Dahl, der Gründer von Karls Erdbeerhof, der eine gemeinnützige Stiftung ins Leben gerufen hat, um Wissenschaft, soziale Projekte und bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen. Das zeigt, dass viele Stifter ihre Leidenschaft und ihre Werte in den Stiftungen verewigen.
Friedemann Kunz, der Kopf hinter ScanHaus Marlow, hat seine Unternehmensgruppe in eine Familienstiftung eingebracht, um die Fortführung seines Unternehmens zu sichern. So wird nicht nur das eigene Vermögen geschützt, sondern auch die Zukunft der Mitarbeiter und deren Familien gesichert. Das ist wirklich ein kluger Schachzug – denn in einer sich ständig verändernden Wirtschaft ist Stabilität Gold wert.
Die Rolle des Justizministeriums
Das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern trägt die Verantwortung für die Stiftungsaufsicht über rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts. Das Stiftungsverzeichnis listet nicht nur die 203 Stiftungen (Stand: Dezember 2025), sondern gibt auch einen Überblick über die vielfältigen Stiftungszwecke. Diese reichen von sozialen und gesundheitlichen Projekten über Kunst und Kultur bis hin zu Bildung, Sport, Wissenschaft und Umwelt. Es ist spannend zu sehen, wie viel Engagement in der Region vorhanden ist, auch wenn Mecklenburg-Vorpommern mit 13 Stiftungen pro 100.000 Einwohner eine niedrigere Stiftungsdichte aufweist als der bundesweite Durchschnitt von 32.
Ein paar Stiftungen, die nicht der Aufsicht des Justizministeriums unterliegen, sind die drei Stiftungen des öffentlichen Rechts: das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie, das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde und die Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern. Diese Institutionen tragen ebenfalls zur Vielfalt der Stiftungslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern bei und zeigen, wie eng Wissenschaft und Naturschutz miteinander verwoben sind.
Die Entwicklung der Stiftungen in Mecklenburg-Vorpommern ist ein spannendes Thema, das zeigt, wie viel Potenzial in der Region steckt. Die Menschen engagieren sich für die Gesellschaft, fördern Bildung, Wissenschaft und kulturelle Projekte und sichern gleichzeitig ihr Familienvermögen. Eine Win-Win-Situation, die allen zugutekommt!