In Ludwigslust hat sich in den letzten Wochen ein ganz besonderes Schauspiel abgespielt. Am Bassin, wo die Schwäne gerne ihre Runden drehen, und auch am Ludwigsluster Kanal sowie im Schlosspark, kann man eine aufmerksame Schwanenfamilie beobachten. Die stolzen Eltern, Ludwig und Luise, sind mit ihren sieben grauen Küken unterwegs. Gerade Mitte Mai hat der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt. Die kleinen Federbälle sind noch nicht ganz so elegant, aber sie erkunden bereits voller Neugier ihre Umgebung – sowohl zu Fuß als auch auf dem Wasser.

Die Passanten sollten allerdings vorsichtig sein. In den ersten Lebenswochen sind Schwaneneltern besonders wachsam. Man kann die verletzlichen Küken leicht übersehen, während sie mit ihren Eltern umherziehen. Das Gefieder der kleinen Schwäne wird anfangs grau und verwandelt sich im Laufe der Zeit in ein graubraun, bis sie im zweiten Lebensjahr schließlich ihr typisches weißes Gefieder erhalten. Am Montagmorgen waren Ludwig und Luise beschäftigt mit Tauchen und Nahrungssuche – und die Küken waren eifrig dabei, alles nachzuahmen.

Schwaneneltern in der Stadt

Die aufmerksamen Schwaneneltern sind nicht allein in der Welt der Schwäne. Da gibt es auch die Geschichte von Samira, einer Schwanenmama, die in einem Pflegeteich nahe dem Rhein lebt. Diese Familie wurde dorthin gebracht, um in einem sicheren Umfeld zu gedeihen. Samira hat in den ersten Tagen um ihren verstorbenen Partner getrauert, mit dem sie über 10 Jahre verheiratet war. Es ist tragisch, wie die Natur manchmal spielt, oder? Aber sie ist stark und weiß, dass sie nun alleine für ihre Küken sorgen muss.

Wenn die Zeit reif ist, wird Samira mit ihren Jungschwänen den Teich verlassen und in den Rhein aufbrechen. Es ist ein faszinierender – und auch ein wenig trauriger – Prozess, in dem die Küken eigenständig werden und ihre eigene Reise antreten. Samira hingegen wird sich wahrscheinlich im nächsten Frühjahr nach einem neuen Lebenspartner umsehen. Ein neuer Anfang für alle, könnte man sagen.

Der König der Wasservögel

In Deutschland gibt es insgesamt vier Schwanarten: den Höckerschwan, den Singschwan, den Schwarzschwan und den Zwergschwan. Besonders der Höckerschwan (Cygnus olor) hat sich hierzulande einen Namen gemacht und gilt als die größte heimische Wasservogelart. Diese imposanten Vögel können bis zu 160 cm groß werden und haben eine Flügelspannweite von bis zu 235 cm. Männchen wiegen bis zu 15 kg – das ist schon eine Hausnummer! Mit ihrem typisch weißen Gefieder und dem s-förmigen Hals verkörpern sie oft die Liebe. Wenn das nicht romantisch ist!

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Die Brutzeit der Schwäne erstreckt sich von Februar bis September, und wenn alles gut geht, schlüpfen die Küken nach etwa 35 Tagen. In Deutschland zählt man zwischen 10.500 und 14.500 Brutpaare – die Tendenz ist steigend. Das ist eine erfreuliche Nachricht, besonders wenn man bedenkt, wie wichtig diese majestätischen Vögel für unsere Natur sind. Und während die Küken in ihrem grauen Gefieder umherwatscheln, werden sie bald zu den eleganten Geschöpfen, die man mit weißen Federn bewundern kann. So viel Bewegung in der Tierwelt, und in Ludwigslust gibt es immer wieder Neues zu entdecken!