Inmitten der idyllischen Landschaft der Mecklenburgischen Schweiz, abseits von Hinzenhagen, liegt der Hof der Künstlergeschwister Ulrike und Sven Beseler. Hier, umgeben von einer bunten Schar an Tieren – von Ponys über Hunde bis hin zu scheuen Rehen und neugierigen Hasen – entsteht etwas ganz Besonderes: fantasievoll bemalte Keramiken und märchenhafte Porzellanbilder. Die Beselers, die aus einer kreativen Familie stammen (ihre Eltern waren die DDR-Kinderbuchautoren Edith Rimkus-Beseler und Horst Beseler), haben ihr Handwerk zu einer Kunstform erhoben, die weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist.
Ulrike Beseler hat eine Vorliebe für die Kombination von Tradition und Kreativität. Ihre Porzellan-Gemälde, die vor allem Frauen mit Blumen und Tieren darstellen, sind eine harmonische Mischung aus Märchen und dem eleganten Art déco. Die Verwendung von hauchdünnen Blattgold-Heftchen, Platin und schimmernden Porzellanfarben verleiht ihren Werken eine besondere Tiefe. Humorvolle Akzente setzt sie mit Bildern wie dem der Maincoon-Katze, die sie witzig „MainCoke“ nennt. Ein echtes Stück Beseler-Kunst, das den Betrachter zum Schmunzeln bringt.
Die Kunst der Töpferei
Die Töpferei der Geschwister Beseler ist ein Ort der Kreativität, wo Ulrike und Sven auf ihre eigene Weise die Töpferkunst zelebrieren. Ulrike kombiniert das Drehen auf der Töpferscheibe mit der Aufbaukeramik. Hierbei entstehen Unikate wie Katzen, Vögel und Hunde, die den Charakter des Hofes widerspiegeln. Sven hingegen konzentriert sich auf traditionelles Gebrauchsgeschirr und hat die Töpferei auf dem elterlichen Hof eingerichtet, der von alten Bäumen umgeben ist und eine warme, einladende Atmosphäre bietet.
Die Herstellung eines Porzellanbildes ist durchaus aufwendig – man spricht hier von bis zu 20 Stunden Arbeit und mehreren Brenngängen. Der erste Brand erfolgt bei 950 Grad, gefolgt von einer sorgfältigen Glasur und Bemalung. Schließlich wird das Werk bei bis zu 1180 Grad im Glattbrand veredelt. Dabei kommen die Besucher in den Genuss, mehr über die Kunst des Töpferns zu erfahren, denn die Geschwister laden herzlich in ihre Werkstatt ein. Diese befindet sich in einem ehemaligen Schweinestall und wird seit über 40 Jahren als Galerie B&B betrieben.
Einzigartige Begegnungen
Wer sich für die Werke der Beselers interessiert, hat mehrere Gelegenheiten, diese zu bestaunen: Im Advent, zu Pfingsten und bei „Kunst:offen“ in Hinzenhagen öffnet die Galerie ihre Türen. Zudem sind Ulrike Beselers Porzellangemälde in der Galerie Martina Fregin in Güstrow sowie im Ahrenshooper Dornenhus ausgestellt. Diese Ausstellungen sind nicht nur für Kunstliebhaber ein echter Geheimtipp, sondern auch für all jene, die die Seele der Mecklenburgischen Schweiz kennenlernen möchten.
Die Region hat sich zu einem Anziehungspunkt für zeitgenössische Keramiker aus ganz Deutschland entwickelt. Die reizvolle Landschaft zieht Touristen an, die nach einzigartigen, handgefertigten Souvenirs suchen. Inmitten dieser Tradition der Töpferei und Keramik stehen die Beselers mit ihrem individuellen Stil und ihrer Leidenschaft für das Handwerk. Ihre Arbeiten sind nicht nur Kunstwerke, sondern auch ein Stück Geschichte, das in jeder Tasse, jeder Figur und jedem Bild lebendig wird. So bleibt der Hof der Geschwister Beseler ein Ort, an dem die Grenzen zwischen Kunst und Natur verschwimmen und wo die Magie der Kreativität spürbar wird.