Heute ist der 18.05.2026 und die Stadt Güstrow steht still. Der Mordfall des kleinen Fabian, eines 8-jährigen Jungen, der brutal getötet wurde, hat die gesamte Region erschüttert. Der Prozess läuft und am vierten Verhandlungstag haben Freunde und Lehrer von Fabian ihre Erinnerungen geteilt. Was bleibt, ist ein Gefühl der Trauer und des Unverständnisses.
Fabian war ein lebhaftes Kind, das im Jahr 2023 in die dritte Klasse der 3B eingeschult wurde. Seine Klassenlehrerin beschreibt ihn als kontaktfreudig und freundlich. Er hatte zwar Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, doch in Mathe glänzte er. Im Erzählkreis erzählte er oft von seinen Wochenenden – von Gartenarbeiten mit seiner Mutter, Schrauben an Autos mit seinem Onkel oder Übernachtungen bei der Oma. Alles schien in Ordnung, bis nach den Sommerferien eine auffällige Veränderung eintrat. Plötzlich sprach Fabian viel von seinem Vater, was vorher nicht der Fall war. Diese neue, intensive Beziehung zu seinem Vater war für die Lehrerin überraschend, da sie zuvor nichts darüber gehört hatte.
Die Schattenseiten von Fabians Leben
In den Augen seiner Freunde war Fabian ein ganz normaler Junge, der viel Zeit mit Spielen verbrachte, besonders mit Handyspielen wie Roblox. Sein bester Freund, ein neunjähriger Junge, erzählte von einem Vorfall, bei dem Fabian einmal zu seinem Vater gehen wollte, aber nicht durfte. Auch von einem Vorfall, bei dem sein Vater jemanden geschlagen hatte, berichtete er – da waren sie noch ganz jung, die beiden. Komischerweise kannte er Gina H., die Angeklagte, kaum, nur dass sie Pferde hatte. Unheimlich, oder?
Fabians Nachbarsjunge, 11 Jahre alt, erinnerte sich an gemeinsame Erlebnisse wie Trampolinspringen und Radfahren. Er berichtete auch von dem wieder aufgenommenen Kontakt zu seinem Vater, der zuvor aufgrund von Streitigkeiten abgebrochen war. Und während sich die kleinen Kinder in ihrer Unschuld durch die Stadt bewegten, war Fabian oft alleine unterwegs, da er keinen Hortplatz mehr hatte. Ein beunruhigendes Bild.
Ein grausames Ende
Am 2. Juli stehen noch 14 weitere Verhandlungstermine an. Der Fall hat nicht nur die Stadt, sondern auch die Justiz beschäftigt. Gina H., die 30-jährige Angeklagte, sitzt seit November 2025 in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. Unvorstellbar, dass so etwas in Güstrow geschehen konnte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt ebenfalls gegen Fabians Vater wegen Falschaussage. Es gibt viele Fragen und noch mehr Ungewissheit. Fabian wurde nach seiner Tötung angezündet; sein Leichnam wurde vier Tage nach seinem Verschwinden an einem Teich gefunden. Dies wirft einen dunklen Schatten auf die ganze Geschichte.
Was bleibt, sind die Erinnerungen an einen Jungen, der voller Lebensfreude war, und die Fragen, die in den Köpfen der Menschen umhergehen. Wie konnte es so weit kommen? Was ist in der Familie passiert? Es bleibt zu hoffen, dass die Wahrheit ans Licht kommt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Güstrow wird sich noch lange an diesen Fall erinnern.