Der Mordfall um den kleinen Fabian aus Güstrow hält die gesamte Nation in Atem. Der Prozess gegen die 30-jährige Gina H., die des Mordes an dem achtjährigen Jungen angeklagt ist, begann am 28. April 2026 im Landgericht Rostock und zieht ein breites Publikum an. Der Gerichtssaal, der über 150 Plätze bietet, war während der ersten beiden Verhandlungstage bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter den Zuschauern waren rund 80 Bürger sowie 50 Medienvertreter, die die schockierenden Details des Falls verfolgen wollten.
Fabians Mutter, Dorina L., nimmt als Nebenklägerin aktiv am Prozess teil. Sie hat bereits aussagen müssen und beschreibt die emotionale Belastung, die dieser Prozess für sie darstellt. „Ich habe Angst vor den Prozesstagen“, gesteht sie. Ihr Mann, Matthias R., hat ebenfalls ausgesagt und charakterisierte Gina H. als liebevoll und einfühlsam, während er gleichzeitig die Tragik der Situation betonte. Dorina L. musste besonders schwer schlucken, als ein Foto von Fabians verbrannter Jacke gezeigt wurde. In diesen Momenten wird deutlich, wie stark die Belastung für die Familie ist. Dorina will stark bleiben für ihren Sohn Fabian, auch wenn der Schmerz unerträglich ist.
Die grausame Tat
Die Anklage gegen Gina H. ist schwerwiegend. Sie soll Fabian am 10. Oktober 2025 unter einem Vorwand aus seiner Wohnung gelockt und ihn am Tümpel bei Klein Upahl mit mehreren Messerstichen, mindestens sechs an der Zahl, ermordet haben. Zwei der Stiche sollen direkt das Herz getroffen haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem heimtückischen Mord, begangen aus Eigennutz und niedrigen Beweggründen. Nach der Trennung von Fabians Vater, Matthias R., im August 2025, habe Gina H. geglaubt, ihren Lebensstil nicht mehr aufrechterhalten zu können. Der Vater hatte einen Tag vor der Tat in einem Chat die Beziehung abgelehnt, was zu einem tiefen Einschnitt in Ginas Leben führte. Fabian lebte zu diesem Zeitpunkt bei seiner Mutter und wollte keinen Kontakt mehr zu Gina H.
Die Leiche des kleinen Fabian wurde am 16. Oktober 2025 entdeckt, nachdem er am 10. Oktober als vermisst gemeldet worden war. Nach der Tat soll Gina H. versucht haben, den Leichnam mit einem Grillanzünder zu verbrennen. Trotz der schweren Vorwürfe äußerte sich die Angeklagte nicht zu den Anklagepunkten, während ihre Verteidigung das Motiv der Staatsanwaltschaft bestreitet. Ein weiterer Schock für die Anwesenden: Während der Aussage von Matthias R. soll Gina H. gekichert haben, was die gesamte Stimmung im Gerichtssaal zusätzlich belastete.
Der Prozess und seine Folgen
Mit dem Anstieg der Jugendkriminalität in Deutschland wird der Fall Fabian in einen größeren Kontext eingeordnet. 2024 erreichte die Jugendgewalt einen Höchststand mit rund 13.800 Fällen, mehr als doppelt so hoch wie noch 2016. Experten diskutieren die Anwendung des Strafrechts auf Kinder unter 14 Jahren, insbesondere bei schweren Straftaten wie Mord. Das Bundeskriminalamt nennt psychische Belastungen durch Corona-Maßnahmen sowie Risikofaktoren bei jungen Schutzsuchenden als mögliche Ursachen für den Anstieg der Jugendgewalt. Dieser Fall könnte die Debatte um härtere Sanktionen im Jugendstrafrecht oder gar eine Herabsetzung der Strafmündigkeit neu entfachen.
Der nächste Prozesstag wird für Fabians Mutter besonders schwer, da sie erneut als Zeugin vernommen wird. Die Öffentlichkeit verfolgt gespannt, wie sich die Dinge entwickeln werden und ob die Wahrheit ans Licht kommt. Ein Podcast mit dem Titel „Fall Fabian – Der Prozess“ wird zudem über den Verlauf des Prozesses berichten und die Geschehnisse für alle nachvollziehbar machen.