In Güstrow wird der Fall um den tragischen Mord an dem 11-jährigen Fabian, der am 10. Oktober 2025 grausam das Leben verlor, weiterhin mit großer Spannung verfolgt. Am 30. April 2026 wurde der Prozess fortgesetzt, in dem die Eltern des Jungen, Dorina L. und Matthias R., als Zeugen vernommen wurden. Die Anklage richtet sich gegen Gina H., die beschuldigt wird, Fabian mit mindestens sechs Messerstichen getötet zu haben, um ihre Beziehung zu Matthias R. wiederherzustellen.

Die Mutter, Dorina L., schilderte den schrecklichen Moment, als sie vom Leichenfund ihres Sohnes erfuhr. Ihr Schmerz ist greifbar, während sie im Gerichtssaal die Angeklagte mit gefalteten Händen beobachtet. Gina H. hingegen meidet den Blickkontakt und schaut oft nach unten oder zum Richter, was die angespannte Atmosphäre im Gericht verstärkt. Matthias R. gab an, dass Fabian am Tattag allein und krank in der Wohnung war, während seine Mutter arbeitete. Er distanzierte sich während seiner Vernehmung von früheren Aussagen und geriet in Erklärungsnot.

Der Prozessverlauf und die zentralen Fragen

Der Prozess ist auf insgesamt 17 Verhandlungstage bis zum 2. Juli 2026 angesetzt. Der erste Prozesstag endete nach nur 17 Minuten, wobei die Anklage in wenigen Minuten verlesen wurde. Gina H. und ihr Rechtsanwalt gaben an, keine Angaben zur Sache machen zu wollen. Ein zentraler Streitpunkt zwischen Staatsanwalt Harald Nowack und Rechtsanwalt Thomas Löcker war die Aussage eines Zeugen über ein Küchenmesser, das im Müll gefunden wurde. Die Tatwaffe selbst wurde bislang nicht gefunden, was die Ermittlungen erschwert.

Die Staatsanwaltschaft vermutet ein Motiv für die Tat: Gina H. wollte einen Streit mit Fabians Vater, ihrem Ex-Partner, beilegen. Sie hatte Fabian am Tattag abgeholt, ihr Handy bewusst abgeschaltet und war mit ihm zu einem Tümpel in Klein Upahl gefahren. Dort stach sie mit einem Messer, dessen Klingenlänge mindestens 10 cm beträgt, mindestens sechsmal auf Fabians Brust und Oberkörper ein. Fabian starb zwischen 10.50 und 13 Uhr, zwei der Stiche trafen direkt ins Herz. Nach der Tat reaktivierte Gina H. ihr Handy und traf sich mit einem Bekannten, bevor sie zurückkehrte und Fabians Leiche mit Grillanzünder überschüttete und anzündete.

Mobbing und seine Folgen

Ein weiterer Aspekt, der in diesem tragischen Fall nicht unerwähnt bleiben sollte, ist das Mobbing, das Fabian in der Schule erlebte. Mobbing-Opfer haben oft Angst oder Scham, sich Unterstützung zu suchen. In Fabians Fall berichtete seine Mutter, dass er in der Schule gemobbt wurde, jedoch einen engen Freundeskreis hatte, der ihm zur Seite stand. Lehrkräfte sollten grundlegende „Dos and Don’ts“ beachten, um solche Situationen zu erkennen und angemessen zu handeln. Wichtige Schritte beinhalten das ernsthafte Aufnehmen von Hinweisen auf Mobbing sowie die Planung fundierter Maßnahmen, um die betroffenen Schüler zu unterstützen.

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Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Details im Verlauf des Prozesses ans Licht kommen und wie die rechtlichen Auseinandersetzungen weiter verlaufen. Das öffentliche Interesse an diesem Fall ist ungebrochen hoch, viele Medienvertreter und Zuschauer sind im Gerichtssaal anwesend und verfolgen jeden Schritt. Die kommenden Verhandlungstage werden entscheidend sein, um die tragischen Umstände rund um Fabians Tod weiter zu beleuchten und um Gerechtigkeit für das junge Opfer zu suchen.