Heute ist der 13.05.2026, und während die Natur in Norddeutschland allmählich aufblüht, gibt es in den NABU-Kranichwelten in Günz, Landkreis Vorpommern-Rügen, einen wichtigen Appell an alle Naturfreunde: Bitte, lasst die Jungkraniche in Ruhe! In einer Zeit, in der wir öfter mal den Drang verspüren, Tiere zu retten oder mit nach Hause zu nehmen, ist es entscheidend, sich der Folgen bewusst zu sein. Wenn Jungkraniche von ihren Eltern getrennt werden, kann das fatale Auswirkungen auf ihr Verhalten haben. Oft prägen sie sich auf Menschen ein – und das ist nicht gut. Einmal fehlgeprägt, ist eine spätere Auswilderung meist nicht mehr möglich. Das ist nicht nur traurig, sondern auch ganz schön dramatisch für die Tiere.

Die elterlichen Kraniche, die sich oft ganz in der Nähe aufhalten, ziehen sich nur vor den Menschen zurück. Das ist ihr Weg, ihre Küken zu schützen. Wer also glaubt, ein verlorenes Kranichküken zu finden, sollte besser aufpassen. Eine Frau in Niedersachsen erlebte das Dilemma, als sie im Mai zwei Jungkraniche mitnahm. Tragischerweise starb eines der Tiere kurz darauf. Das überlebende Küken wird rund um die Uhr betreut und soll im Juli nach Günz gebracht werden – hoffentlich mit einem besseren Schicksal.

Ein Aufruf zum Schutz der Kraniche

Das NABU-Team in Günz ist in heller Aufregung – und das aus gutem Grund. Die Trennung von den Elterntieren hat gravierende Folgen, besonders in den ersten Lebenstagen. Fehlprägung führt zum Verlust der Scheu, und das soziale Verhalten gegenüber Artgenossen leidet enorm. In diesem Zusammenhang ist die geplante große Voliere in Günz ein Lichtblick: Sie soll den Kranichen ein artgerechtes Leben ermöglichen, was angesichts der Umstände dringend notwendig ist.

Doch die Kraniche sind nicht nur in Vorpommern ein Thema. In Deutschland leben rund 11.000 Brutpaare, und ihr Schutz liegt uns allen am Herzen. Diese majestätischen Zugvögel brüten bevorzugt in flachen Wasserflächen, um sich gegen Fressfeinde abzusichern. Der gesamte Bestand in Europa wird auf etwa 130.000 Brutpaare geschätzt. Das ist eine erfreuliche Zahl, die durch jahrelange Schutzbemühungen erreicht wurde.

Ein Blick auf die Zukunft der Kraniche

Die Zukunft der Kranichpopulationen hängt jedoch stark von der Erhaltung ihrer Rastplätze ab. Jährlich ziehen rund 400.000 Kraniche über Deutschland, um im Winter in wärmere Gefilde zu gelangen, beispielsweise nach Frankreich oder Nordwestafrika. Wenn ihr Lebensraum nicht geschützt wird, könnte das fatale Folgen haben. Die Vorpommersche Boddenlandschaft bietet glücklicherweise geeignete Schlafplätze und Nahrungsräume für diese beeindruckenden Vögel.

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Für all jene, die die Kraniche hautnah erleben möchten, gibt es in der Umgebung zahlreiche Möglichkeiten. Das NABU-Zentrum Kranichwelten hat im September und Oktober täglich von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet. Und wer noch mehr über diese wunderbaren Vögel erfahren möchte, sollte sich die 27. Woche des Kranichs nicht entgehen lassen, die vom 21. bis 28. September stattfindet. Ein Besuch dort könnte nicht nur lehrreich, sondern auch eine schöne Auszeit in der Natur sein.

Also, wenn ihr das nächste Mal einem Jungkranich begegnet – denkt daran: Lasst ihn bitte dort, wo er hingehört. Die Natur wird es euch danken!