Die Stadt Anklam im Landkreis Vorpommern-Greifswald steht vor einer Zwickmühle, und das Hansefest droht, zum Streitpunkt zu werden. Das beliebte Fest, das normalerweise drei Tage lang das Peene-Ufer in eine lebendige Flaniermeile verwandelt, könnte in diesem Jahr ausfallen. Anklam, das vom 14. bis 16. August zahlreiche Besucher anlocken möchte, sieht sich momentan mit Unklarheiten und Bedenken konfrontiert.

Der Grund für die Unsicherheit? Die Stadtvertretung hat mit knapper Mehrheit gegen die Beauftragung einer Eventagentur gestimmt, die für die Organisation des Festes zuständig sein sollte. Die Kosten dafür würden sich auf stolze 100.000 Euro belaufen – ein Betrag, der angesichts des vorläufigen Haushalts der Stadt, der keine Ausgaben für freiwillige Leistungen erlaubt, zu hoch erscheint. Die Stadtverwaltung selbst kann aufgrund von Personalmangel die Organisation nicht stemmen, was die Situation weiter verkompliziert. Bürgermeister Michael Galander, der die Initiativen für Anklam ins Leben gerufen hat, hat nun Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt. Er sieht nicht nur eine Tradition in Gefahr, sondern befürchtet auch einen wirtschaftlichen Schaden für die Stadt.

Das Hansefest: Ein Fest für alle Sinne

Das Hansefest ist weit mehr als nur ein paar Verkaufsstände und Fahrgeschäfte. Es verwandelt das Ufer der Peene in ein buntes Spektakel mit Vergnügungsbuden, Gastronomieständen und einem abwechslungsreichen Showprogramm auf gleich drei Bühnen. Besucher können sich auf spannende Aktionen auf dem Wasser freuen, und für die Kleinen gibt es eine Vielzahl an Mitmachaktionen. In den vergangenen Jahren durfte ein grandioses Feuerwerk, das den Himmel in ein Farbenmeer tauchte, nicht fehlen. Die Atmosphäre ist einfach unvergleichlich – der Duft von frisch gebrannten Mandeln und die fröhlichen Rufe der Kinder vermischen sich mit der Musik, die aus den Lautsprechern dröhnt.

Doch die Zeit drängt. Eine erneute Abstimmung über die Organisation des Festes steht für die kommende Woche an. Sollte sich keine Einigung erzielen lassen, könnte der Traum vom Hansefest 2026 platzen. Und das wäre für viele Anklamer und Besucher aus der Umgebung ein herber Schlag. Die Vorfreude auf das Fest, das die Menschen zusammenbringt und bis zu 20.000 Besucher anlockt, ist spürbar. Die Öffnungszeiten sind ebenfalls bekannt: Freitag von 14 bis 2 Uhr, Samstag von 11 bis 2 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Die Eintrittspreise müssen beim Veranstalter erfragt werden.

Eine Stadt im Aufbruch und in der Krise

In Anklam, wo Tradition und Moderne aufeinandertreffen, wird die Diskussion um das Hansefest auch als Spiegelbild der aktuellen Herausforderungen gesehen. Die Stadt hat viel zu bieten – von historischen Sehenswürdigkeiten bis hin zu einer lebendigen Kultur. Doch die Probleme in der Stadtverwaltung werfen einen Schatten auf die Vorbereitungen. Es bleibt abzuwarten, ob die Stadtvertreter einen Weg finden, um diese wertvolle Tradition zu erhalten, oder ob Anklam in diesem Jahr ohne das festliche Treiben auskommen muss.

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Die kommenden Tage sind entscheidend. Das Hansefest ist nicht nur ein Fest, sondern ein Stück Anklamer Identität. Ein Fest, das die Menschen verbindet und Erinnerungen schafft. Hoffen wir, dass die Verantwortlichen dies erkennen und gemeinsam eine Lösung finden.