Am 22. Februar 2026 wurde die BDH-Klinik Greifswald Opfer eines schwerwiegenden Cyberangriffs, der das Kommunikationsnetz der Klinik vollständig lahmlegte. Dies führte dazu, dass die Abläufe in der Klinik auf analoge Arbeitsweisen umgestellt werden mussten. Die Sicherheit der Patientenversorgung hat jedoch oberste Priorität, weshalb geplante Behandlungen weiterhin durchgeführt werden, auch wenn es zu Terminverschiebungen kommen kann. Ein Krisenstab wurde umgehend eingerichtet, um die Situation zu bewältigen und die notwendigen Schritte zu koordinieren.
In der Mitteilung der Klinik vom 25. Februar hieß es, dass die betroffenen Systeme isoliert wurden, während das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen hat. Die Klinik hat außerdem eine Hotline eingerichtet, die von Montag bis Freitag zwischen 8:30 und 16:00 Uhr erreichbar ist (Tel. 03834 8710). Diese Hotline dient nicht nur der Information, sondern auch der Warnung vor möglichen Phishing-Versuchen, die auf Patienten und Beschäftigte abzielen könnten.
Datenschutz und Patientensicherheit
Die Klinik hat die betroffenen Patientinnen und Patienten umgehend informiert, doch der Umfang des Datenabflusses ist derzeit noch nicht vollständig abschätzbar. Es gibt Berichte über anonyme Zuschriften, die Vorwürfe zu einem umfangreichen Datenabfluss und zur internen Krisenbewältigung enthalten. Diese Zuschriften weisen Merkmale von sogenannten Double-Extortion-Angriffen auf, bei denen die Angreifer nicht nur Daten stehlen, sondern auch erpressen. Die Klinik hat betont, dass sie keine offizielle Bestätigung über Forderungen oder einen bestätigten Datenabfluss vorliegen hat.
In Anbetracht der steigenden Cyberkriminalität im Gesundheitswesen ist es wichtig, dass Patienten und Mitarbeiter besonders aufmerksam sind. Verdächtige E-Mails oder Anrufe sollten ignoriert werden, und es wird dringend geraten, keine Software von unbekannten Absendern zu installieren oder Links zu öffnen. Bei Verdacht auf Erpressung sollten Betroffene die Klinik unter der E-Mail-Adresse angriff@bdh-klinik-greifswald.de benachrichtigen und Anzeige bei der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern erstatten.
Ein Blick auf die Cyberkriminalität im Gesundheitswesen
Leider ist die BDH-Klinik Greifswald nicht allein mit diesem Problem. Cyberkriminalität im Gesundheitswesen nimmt alarmierend zu. Daten von Patienten sind auf dem Schwarzmarkt von großem Wert, weshalb Gesundheitseinrichtungen zu attraktiven Zielen für Hacker werden. Laut einer Studie aus 2025 haben bereits 15% der deutschen Unternehmen, darunter auch medizinische Einrichtungen, einen erfolgreichen Cyberangriff erlebt. Der Anstieg der Angriffe auf Krankenhäuser allein seit 2020 beträgt beeindruckende 74%.
Die Bedrohung wird durch die Tatsache verstärkt, dass jede medizinische Einrichtung potenziell betroffen ist, unabhängig von ihrer Größe oder ihrem Standort. Kleinere Kliniken und Praxen gelten oft als leichte Ziele, da sie häufig über veraltete Systeme und unzureichende Schutzmaßnahmen verfügen. Experten empfehlen daher, die IT-Sicherheitsstrategie zu überdenken, regelmäßige Schulungen für Mitarbeiter durchzuführen und einen strukturierten Notfallplan zu entwickeln, um im Falle eines Angriffs schnell und effizient reagieren zu können.
Die BDH-Klinik Greifswald arbeitet eng mit externen Fachleuten und Ermittlungsbehörden zusammen, um digitale Spuren zu sichern und die Situation bestmöglich zu bewältigen. Es bleibt zu hoffen, dass die Klinik gestärkt aus diesem Vorfall hervorgeht und die Sicherheit der Patientendaten in Zukunft gewährleistet werden kann.