Die Geschichte des Buckelwals Timmy, auch bekannt als Hope, sorgt für Aufregung und sorgt für hitzige Diskussionen in der Öffentlichkeit. Nach seiner Rettung vor der Ostseeinsel Poel wurde Timmy, der in der Wismarer Bucht strandete, am Samstagmorgen um 8:45 Uhr in die Nordsee freigelassen. Doch die Freilassungsaktion verlief alles andere als reibungslos. Geldgeber der Rettungsaktion, Karin Walter-Mommert und Walter Gunz, haben sich mittlerweile von den Umständen der Freilassung distanziert und kritisieren die fehlenden Tierarztkontrollen, die für den Samstag vorgesehen waren.
Die Rettungsaktion, die mehrere Tage dauerte, beinhaltete den Transport des Wals durch das Skagerrak in die Nordsee und anschließend in den Atlantik. Trotz der geplanten tierärztlichen Begutachtungen wurden die Tierärztinnen Kirsten Tönnies und Anne Herrschaft nicht an Bord gebracht, was zu erheblichen Spannungen führte. Jeffrey Foster, ein Experte des Whale Sanctuary Project, wurde unter Druck gesetzt, die Freilassung ohne die nötigen medizinischen Kontrollen vorzunehmen. Ihm wurde sogar die Nutzung seines Handys untersagt, während er versuchte, seine Teamkollegen und die Ärztinnen hinzuzuholen, was jedoch ignoriert wurde.
Widersprüche und Sorgen um Timmy
Die Umstände der Freilassung sind nach wie vor unklar. Walter-Mommert äußerte, dass die Crew der Reederei keinerlei Informationen bereitstellte und kein Tierarzt vor Ort war, was die Situation weiter verschärfte. Am Samstagabend waren die Schiffe Robin Hood und Fortuna B noch in der Nordsee unterwegs, doch die Besatzungen waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Geldgeber fordern nun Konsequenzen für die verantwortliche Crew und Betreiber der Aktion.
Die Sorgen um Timmy gehen jedoch über die Freilassungsaktion hinaus. Experten befürchten, dass der Wal nach seiner langen Liegezeit in der Wismarer Bucht und aufgrund von gesundheitlichen Problemen, wie etwa Netzteilen in seinem Maul, Schwierigkeiten haben könnte, normal zu schwimmen und zu tauchen. Zudem zeigt Timmy Anzeichen von Erschöpfung und Krankheit, was seine Überlebenschancen drastisch verringert.
Öffentliche Diskussion und zukünftige Maßnahmen
Diese Ereignisse haben eine breite öffentliche Diskussion über den Schutz von Walen und die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Meeresumwelt ausgelöst. Das dänische Umweltministerium hat bereits klargestellt, dass gestrandete Meeressäugetiere nicht gerettet werden sollten und langfristige Rettungserfolge an der Sichtung des Wales in seinen natürlichen Lebensräumen gemessen werden müssen. Währenddessen wurden Peilsender am Wal angebracht, um seinen Standort zu verfolgen, jedoch sind die Daten bislang nicht öffentlich zugänglich.
Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) hat die Definition von Rettung klar umrissen: Die Rückkehr des Wals in den Nordatlantik muss mit vollständiger Hautheilung, eigenständiger Nahrungsaufnahme und Gewichtszunahme einhergehen. Die Zukunft von Timmy bleibt somit ungewiss und die Diskussion um seine Rettung und den Umgang mit gestrandeten Walen wird sicherlich weitergehen.