Am 1. Mai 2026 fand in Hamburg eine beeindruckende queer-feministische Demonstration statt, die mit einem klaren und kraftvollen Motto aufwartete: „Take Back the Night“. Diese Bewegung, die gegen Kapitalismus und patriarchale Strukturen kämpft, startete vom Heiligengeistfeld und zog in Richtung der pulsierenden Reeperbahn. Laut den Angaben der Polizei nahmen etwa 950 Menschen, überwiegend Frauen, an diesem Marsch teil. Kim Delfi, eine der Organisatorinnen, unterstrich die Notwendigkeit, patriarchale Gewalt und die ansteigende Queerfeindlichkeit sichtbar zu machen. Die Veranstalter wiesen zudem darauf hin, dass die Reeperbahn nachts für Frauen und queere Menschen kein sicherer Ort sei.

Die Demonstration war nicht nur eine bedeutende Stimme für die Gleichberechtigung, sondern wurde auch von einem großen Polizeiaufgebot begleitet, um die Sicherheit der Teilnehmenden zu gewährleisten. Ursprünglich wurde mit rund 500 Teilnehmenden gerechnet, doch die tatsächliche Zahl übertraf die Erwartungen. Für den 1. Mai sind in Hamburg insgesamt drei weitere Demonstrationen aus dem linken und linksextremen Spektrum geplant, mit mehreren Tausend erwarteten Teilnehmenden. Außerdem sind mehrere Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds angesetzt.

Ein Blick auf die Vorgeschichte

Die queer-feministische Demonstration hat ihre Wurzeln in der Walpurgisnacht, als bereits eine ähnliche Veranstaltung in Hamburg stattfand. Diese fand am Dienstagabend statt und wurde ebenfalls von der Polizei begleitet. Rund 900 vorwiegend weibliche Teilnehmerinnen zogen vom linksautonomen Zentrum Rote Flora durch St. Pauli. Zu Beginn der Demo wurde sogar Feuerwerk vom Dach der Roten Flora gezündet, was die festliche Stimmung unterstrich. Viele der Demonstrantinnen trugen FFP2-Masken, um sich zu schützen und ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Während dieser Veranstaltung gab es laut Polizeisprechern keine größeren Zwischenfälle, lediglich einige Bengalos und Nebeltöpfe wurden gezündet. Dies zeigt, dass die Demonstrationen in Hamburg in den letzten Jahren, besonders nach den Krawallen beim G20-Gipfel 2017, überwiegend friedlich verliefen.

Die kommenden Aktionen

Für den Tag der Arbeit sind in Hamburg drei weitere Demonstrationen aus dem linksextremen Spektrum angemeldet. Das anarchistische Bündnis «Schwarz-Roter 1. Mai» ruft zu einer Demonstration unter dem Motto «Solidarisch. Selbstbestimmt. Herrschaftsfrei» auf, bei der rund 800 Teilnehmer vom Bahnhof Sternschanze zum Altonaer Balkon erwartet werden. Ein weiteres Bündnis, «Wer hat, der gibt», plant mit 2500 Demonstranten einen Marsch vom Dammtor-Bahnhof zum Eppendorfer Baum, mit dem Aufruf: «Lasst uns das Geld von denen holen, die es im Überfluss haben, um es denen zu geben, die es brauchen». Die dritte Demo, organisiert vom als gewaltorientiert eingestuften Rote Aufbau, hat den Slogan «Krieg, Krise, Kapitalismus – so wie es ist, darf es nicht bleiben» und wird 1500 Teilnehmer vom Hauptbahnhof durch St. Georg, Hohenfelde und Eilbek bis zum S-Bahnhof Landwehr ziehen.

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Die lebendige und vielfältige Protestkultur in Hamburg, die sich am 1. Mai manifestiert, ist nicht nur ein Zeichen für die Entschlossenheit der Bürgerinnen und Bürger, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Geschichte und Identität der Stadt. Der 1. Mai wurde 1919 erstmals in Deutschland als Feiertag begangen und hat seine Wurzeln in den USA. Diese Tradition wird auch in der heutigen Zeit fortgeführt, wobei die Stimmen derjenigen, die für Gleichheit und Gerechtigkeit kämpfen, niemals verstummen sollten.