Heute ist der 30.04.2026 und auf dem Hamburger Kiez wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der Spatenstich für das Bauprojekt „Kiezkante“ wurde feierlich vollzogen, ein lang ersehntes Vorhaben, das die Baulücke hinter dem Spielbudenplatz schließen soll. Mit einer Arealgröße von 6.100 Quadratmetern und einer geplanten Fertigstellung bis 2029, wird dieses Projekt nicht nur den Wohnungsbau fördern, sondern auch die kulturelle und kreative Szene in Hamburg bereichern.
Das Bauvorhaben wird von der Wohnungsgesellschaft Saga und dem Unternehmen Quantum in Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden realisiert. Der Fokus liegt auf sozialer Nachhaltigkeit und kultureller Nutzung. Geplant sind 169 öffentlich geförderte Wohnungen, die in drei unterschiedlichen Förderwegen errichtet werden. Die Kaltmieten für diese Wohnungen werden zwischen 7,10 Euro und 12,10 Euro pro Quadratmeter liegen. Darüber hinaus sind eine Kindertagesstätte sowie Gewerbeflächen vorgesehen, die insgesamt etwa 1.300 Quadratmeter Nutzfläche einnehmen werden.
Ein Ort für Kultur und Kreativität
Besonders spannend ist die Integration von kultur- und kreativwirtschaftlichen Räumen. Ein Kreativgebäude mit sieben Etagen wird Raum für einen Livemusik-Club im Erd- und Untergeschoss bieten. Diese Flächen sollen von der Hamburg Kreativ Gesellschaft betrieben werden und somit einen lebendigen Treffpunkt für die Kulturszene schaffen. Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Karen Pein, hebt die Bedeutung des Projekts für bezahlbaren Wohnraum und kulturelle Angebote hervor.
Finanzsenator Andreas Dressel freut sich über die Wiederbelebung des Areals, das nach jahrelangem Stillstand nun endlich in die Umsetzungsphase übergeht. Die vorherigen Probleme mit der Wirtschaftlichkeit führten dazu, dass 2013 alle Bewohner wegen Einsturzgefahr ausziehen mussten und 2014 der Abriss folgte. Der ursprüngliche Name des Projekts, Paloma-Viertel, wurde durch den nun gewählten Namen ersetzt, welcher die neue Vision für diesen zentralen Standort widerspiegelt.
Kritik und Ausblick
Doch nicht alle sind von den Entwicklungen begeistert: Die Hamburger Linke äußert Kritik und bezeichnet die Vorhaben als „Augenwischerei“. Dies zeigt, dass trotz des Fortschritts, die Herausforderungen und Bedenken rund um das Projekt weiterhin bestehen. Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, äußert sich hingegen positiv über die Entstehung von 169 bezahlbaren Wohnungen und die damit verbundene Aufwertung des Stadtteils.
Insgesamt steht das Areal der ehemaligen „Esso-Häuser“ seit vielen Jahren im Fokus der Stadtentwicklung. Nachdem das Grundstück 2009 von der Bayerischen Hausbau erworben und die Planungen für das Paloma-Viertel nicht umgesetzt wurden, konnten SAGA und Quantum 2024 das Grundstück übernehmen und die Entwicklung des neuen Projekts vorantreiben. Die Kiezkante könnte also nicht nur zu einem neuen Wohnraum, sondern auch zu einem kulturellen Highlight auf St. Pauli werden.