Heute ist der 15.05.2026 und während die Sonne in Hamburg ganz gemütlich über die Elbe blinzelt, sieht die Stimmung im Wohnungsbau alles andere als rosig aus. Im April hat sich das Geschäftsklima im deutschen Wohnungsbau massiv verschlechtert. Der Geschäftsklima-Index des IFO-Instituts für Wirtschaftsforschung ist von minus 19 auf minus 28 Punkte gefallen. Ein Rückgang, der in den letzten vier Jahren seinesgleichen sucht – das letzte Mal war es so schlimm im April 2022.
Klaus Wohlrabe, der Leiter der ifo-Umfragen, hat eine klare Meinung zu dieser Entwicklung: Geopolitische Unsicherheiten drücken auf die Stimmung im Bau. Es ist wie ein Schatten, der über der Branche schwebt. Dazu kommen die steigenden Zinsen, die Inflation seit dem Iran-Krieg und die fragilen Lieferketten, die die Unternehmen unter Druck setzen. Ein besorgniserregender Trend, denn 9,2 Prozent der Firmen berichten jetzt von Problemen bei der Materialversorgung – ein gewaltiger Anstieg im Vergleich zu nur 1 Prozent vor zwei Jahren. Wer hätte gedacht, dass wir mal über Grundstoffe wie Stahl und Beton so ins Grübeln kommen würden?
Die Auftragslage: Ein düsteres Bild
Die Auftragslage ist ebenfalls alles andere als erfreulich. 44 Prozent der Unternehmen klagen über zu wenig Aufträge, eine Zahl, die sich kaum verändert hat. Die Sorgen über mögliche Stornierungen bleiben ebenfalls präsent – die Quote liegt stabil bei 10,8 Prozent. Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen in Hamburg, spricht von einer Krise, die zum Regelfall wird. Das klingt fast nach einem neuen Normalzustand, oder? Die Zukunftserwartungen der Unternehmen haben sich deutlich eingetrübt, und die aktuelle Geschäftslage wird pessimistischer eingeschätzt.
Dennoch gibt es auch Lichtblicke. In Hamburg wurden in den ersten vier Monaten 2026 mehr Baugenehmigungen erteilt als im Vorjahr. Besonders der Bezirk Eimsbüttel sticht hervor, mit 669 genehmigten Bauprojekten im ersten Quartal. Das entspricht bereits zwei Dritteln des Jahresziels von 1.050 Baugenehmigungen. Wenn man das so betrachtet, könnte man fast glauben, es gibt Hoffnung auf eine Wende. Mehr Neubauprojekte sollen in diesem Jahr realisiert werden, unterstützt durch vereinfachte Regeln. Sogar die SAGA plant, statt einer Modernisierung der Wohnungen aus den 50er-Jahren, lieber einen Abriss und Neubau. Ein mutiger Schritt, der zeigt, dass man die Herausforderungen vielleicht doch anpacken kann.
Beliebtheit von Kleinwohnungen und die Suche nach Lösungen
In der Stadt selbst ist die Nachfrage nach Genossenschaftswohnungen nach wie vor hoch. Mit durchschnittlich 88 Bewerbungen für eine freie Wohnung wird klar, dass der Wohnungsmarkt in Hamburg angespannt bleibt. Kleinwohnungen sind besonders gefragt. Komischerweise gibt es gleichzeitig rund sechs Prozent leerstehende Büroflächen in der Stadt. Da stellt sich die Frage: Könnte man nicht diese Flächen smarter nutzen? SPD und Grüne sind bereits auf der Suche nach Möglichkeiten, wie man mehr Wohnungen in diesen leerstehenden Büroflächen unterbringen kann. Das klingt nach einer spannenden Herausforderung, die vielleicht auch neue Perspektiven eröffnet.
Obwohl die Lage angespannt ist und die negativen Tendenzen im Wohnungsbau schwer auf dem Gemüt lasten, zeigt sich, dass es immer noch Raum für Fortschritt gibt. Die aktuellen Entwicklungen könnten, wenn wir Glück haben, den Wendepunkt markieren. Man muss es ja positiv sehen – manchmal bringt eine Krise auch neue Chancen mit sich. Vielleicht ist das der Anfang von etwas Neuem, das wir in Hamburg dringend brauchen.