Heute ist der 15.05.2026 und in Hamburg läuft die Zeit wie im Fluss – vor allem wenn es um die Olympiabewerbung der Hansestadt geht. Peter Tschentscher, der Erste Bürgermeister und ein echtes SPD-Urgestein, hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Er hat Briefe an rund 500.000 Haushalte geschickt, um die Hamburger für das bevorstehende Olympia-Referendum am 31. Mai zu mobilisieren. Und das Ziel? Eine klare „Ja“-Stimme für die Olympischen und Paralympischen Spiele, die er als ein Zukunftsprojekt für Hamburg anpreist. Von Montag an flattert die Postwurfsendung in die Briefkästen. Da wird ordentlich Werbung gemacht!
Ein bisschen Pathos muss sein, das weiß auch Tschentscher. In der Bürgerschaft sprach er von einem „Sommermärchen made in Hamburg“. Dabei wirbt er nicht nur für die Spiele, sondern auch für eine nachhaltige Entwicklung und moderne Sportstätten. Er betont, dass die Durchführungskosten durch Ticket- und Lizenzverkäufe, ähnlich wie in Paris, gedeckt werden. Und hey, das klingt doch nach einem soliden Plan. Investitionen in Barrierefreiheit und Stadtgrün stehen ebenfalls auf der Agenda. „Ein Alleinstellungsmerkmal“, schwärmt er von Hamburg als Stadt am Wasser – und das sind ja nicht nur leere Worte. Die kurzen Wege und die Klimafreundlichkeit sind schließlich auch Pluspunkte, die für eine Bewerbung sprechen.
Doch die Kritiker sind nicht weit
Natürlich gibt es auch Gegenwind. Heike Sudmann von der Linken findet die Briefaktion „unlauter“ und wirft Tschentscher vor, Wahlkampf zu machen. Und die Initiative NOlympia ist ebenfalls nicht begeistert: Sie bemängeln, dass Briefe auch an nicht stimmberechtigte Bürger verschickt werden. „Hätten wir das Geld nicht besser für den barrierefreien Ausbau einer Bushaltestelle verwenden können?“ fragen sie. Gut, das ist ein Punkt, der zum Nachdenken anregt.
Trotz dieser kritischen Stimmen bleibt Tschentscher gelassen. Er räumt ein, dass die Sicherheitskosten für die Spiele noch nicht beziffert werden können, verweist aber auf die Unterstützung des Bundes. „Ohne Olympia können wir keine Einnahmen generieren“, so seine Argumentation. Und das ist ein Punkt, der auch in der Bürgerschaft für Diskussionen sorgt. Dennis Thering von der CDU erinnert sich emotional an die Spiele von Barcelona. Da wird klar: Olympia weckt Erinnerungen und Emotionen – und nicht nur die positiven.
Die Zukunft im Blick
Die Hamburger entscheiden also bald über eine Bewerbung, und während die Briefwahl bereits läuft, steht das Thema auch im Rathaus ganz oben auf der Agenda. Tschentscher hat sich klar positioniert und spricht von einem Konzept, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Er sieht viel Potenzial in der Stadt, die sich seit dem gescheiterten Referendum 2015 verändert hat. Inklusion, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit sind jetzt zentrale Punkte. Das klingt gut, aber die Bedenken der Linken – soziale Spaltung und steigende Mieten durch Touristenströme – sind nicht von der Hand zu weisen.
Am Ende ist es ein Spiel um viel mehr als nur Medaillen. Es geht um die Identität der Stadt, um Investitionen in die Zukunft und um die Frage, ob Hamburg sich diese Bewerbung leisten kann. Ein „Nein“ ist für Tschentscher keine Option, und so bleibt abzuwarten, wie die Hamburger am 31. Mai entscheiden werden. Die Spannung steigt, und die Diskussionen werden nicht abreißen.