Heute ist der 4.06.2026 und wir blicken zurück auf eine besorgniserregende Zeit in Hamburg. Die jüngsten Berichte über Femizide in der Stadt sind alarmierend. Der Senat hat 15 Fälle von vollendeter und versuchter Tötung von Frauen seit Anfang 2025 aufgelistet. Diese Informationen stammen aus einer Anfrage der Linksfraktion in der Bürgerschaft und werfen ein Schlaglicht auf die dunkle Seite unserer Gesellschaft, die oft im Verborgenen bleibt.

Ein besonders tragischer Fall betrifft eine Frau aus Groß Borstel. Ihr Mann hat sie nicht nur geschlagen, sondern auch gewürgt und mit einem Messer verletzt. So eine Gewalt ist unfassbar und lässt einen an der Menschlichkeit zweifeln. Ein weiterer Fall zeigt, wie tiefgreifend das Problem ist: Ein Sohn hat seine Mutter erstochen und versucht, seine Stiefmutter zu töten. Er soll an Schizophrenie leiden, was die Sache nicht besser macht. Hila Latifi von der Linksfraktion bezeichnet diese Gewalttaten als Femizide, also Tötungen aufgrund des Geschlechts. Doch es gibt unterschiedliche Meinungen, ob alle aufgelisteten Taten tatsächlich als Femizide klassifiziert werden können. Latifi kritisiert zudem die Datenlage als unvollständig und irreführend, besonders da der Mord an einer Schriftstellerin im April 2025 nicht erfasst ist.

Ein Blick auf die Zahlen

Was uns die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) über die Gewalt gegen Frauen zeigt, ist nicht minder erschreckend. In einer Pressemitteilung vom 21. November 2025 berichtete das Bundeskriminalamt von einem Anstieg der weiblichen Opfer von Gewalt- und anderen Straftaten. Der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat den Schutz von Frauen zur Priorität erklärt und Maßnahmen wie die Einführung der Fußfessel nach spanischem Vorbild angekündigt. Diese Fußfessel soll den betroffenen Frauen mehr Sicherheit bieten – ein dringend benötigter Schritt, wenn man bedenkt, dass K.O.-Tropfen jetzt als Waffe eingestuft werden, um die Strafverfolgung zu verschärfen.

Die Zahlen sind alarmierend: 2024 wurden 53.451 weibliche Opfer von Sexualdelikten registriert – ein Anstieg von 2,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders besorgniserregend ist, dass knapp die Hälfte der Opfer zum Zeitpunkt der Tat minderjährig war. Die häufigsten Delikte sind sexuelle Belästigung, Vergewaltigung und sexueller Missbrauch. Und während wir hier von Zahlen sprechen, wurden im Jahr 2024 insgesamt 308 Mädchen und Frauen getötet.

Ein trauriger Trend

Die Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt ist nach wie vor hoch. Es wird geschätzt, dass weniger als 10 % der Fälle angezeigt werden. 2024 waren 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, 70,4 % davon Frauen. Die Zahlen zeigen, dass Gewalt gegen Frauen ein drängendes gesellschaftliches Problem bleibt. Auch die digitale Gewalt nimmt zu, mit 18.224 betroffenen Frauen und Mädchen – ein Anstieg um 6 % im Vergleich zum Vorjahr. Und dann sind da noch die erfassten frauenfeindlichen Straftaten, die um 73,3 % gestiegen sind. Das lässt einen schon nachdenklich zurück.

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Die gesellschaftlichen Herausforderungen sind enorm. Bundesfrauenministerin Karin Prien fordert besseren Schutz und Prävention gegen Gewalt gegen Frauen. Es ist klar, dass wir nicht wegschauen dürfen, wenn es um diese Themen geht. Die Realität ist oft bitter und die Politik steht in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass Frauen in unserer Gesellschaft sicher leben können – sei es im analogen oder digitalen Raum. Mit jedem Fall, der ans Licht kommt, wird klarer, dass noch viel zu tun ist.