Heute ist der 3.06.2026 und die Situation in der Golfregion bleibt angespannt. Tausende Reisende sitzen fest, während Militärschläge gegen den Iran nicht nur die Schifffahrt, sondern auch den Flugverkehr erheblich beeinträchtigen. Die Reederei MSC hat schnell reagiert und einen Notfallplan aufgestellt. Fünf Charterflüge sollen rund tausend Gäste nach Hause bringen. Der erste dieser Flüge ist für Donnerstag angesetzt.
In der Zwischenzeit hat TUI Cruises auch nicht geschlafen. 840 Passagiere der „Mein Schiff 4“ werden über Dubai nach Deutschland zurückgebracht, während weitere 660 Reisende am Freitag folgen sollen. Für 640 Gäste der „Mein Schiff 5“ stehen ebenfalls Sonderflüge von Muscat nach Deutschland auf dem Plan. Aber die Lage bleibt angespannt: Die Schifffahrtsstraße von Hormus und viele Häfen sind geschlossen, und die Unsicherheit wächst.
Rückkehr der Reisenden
Am Hamburg Airport landen glücklicherweise wieder Flüge aus dem Nahen Osten. Der erste Linienflug von Emirates aus Dubai wird am Freitag erwartet, und auch Etihad Airways nimmt ihren Flugbetrieb teilweise wieder auf. Sogar die Lufthansa-Tochter Eurowings plant einen Sonderflug nach Köln aus Riad. In München wurden am Dienstagabend rund 200 Touristen erfolgreich zurückgebracht, und die Bundesregierung plant, am Sonntag Charterflüge für gestrandete Deutsche zu organisieren.
Die Reisebüros im Norden sind im Krisenmodus. Viele Kunden haben Bedenken, ob sie ihre Reisen antreten sollten. Das Auswärtige Amt hat eine klare Warnung vor Reisen in den Nahen Osten ausgesprochen und empfiehlt eine Eintragung in die Krisenvorsorgeliste. Die aktuellen Entwicklungen haben auch den Benzin- und Dieselpreis in die Höhe getrieben – über zwei Euro kosten sie nun, und das trotz neuer Preisregeln. Eine echte Herausforderung für alle Reisenden und Pendler.
Die Auswirkungen auf den Tourismus
Der Krieg im Iran hat auch die Tourismusbranche schwer getroffen. Gefahren für Leib und Leben, Unsicherheiten bei An- und Abreise und steigende Kosten wie die Ölpreise – all das sorgt für ein mulmiges Gefühl. Die Region ist ein wichtiges Drehkreuz für Reisen von Europa nach Südostasien, und die Auswirkungen sind spürbar. Anke Budde, Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, äußert sich zur wirtschaftlichen Unsicherheit und warnt vor den Folgen, die die aktuelle Lage mit sich bringt.
Die Tourismus-Messe ITB in Berlin wird von den aktuellen Geschehnissen überschattet. Wenige Teilnehmer aus Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind dort anzutreffen. Der Stand Israels ist völlig verwaist, während der Stand der Emirate zwar geöffnet ist, aber kaum besetzt wird. Eine Mitarbeiterin der Emirate bleibt optimistisch und betont, dass die Regierung Wege finden wird, um Touristen anzulocken.
Deutsche Touristen machen sich mehr Sorgen um ihre Sicherheit als Reisende aus anderen Ländern. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Weniger Touristen aus Israel und den Golfstaaten werden in diesem Jahr erwartet. Fluglinien wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nutzen Flughäfen in der Region als zentrale Umstiegsorte, was die Situation weiter verkompliziert. Europäische Airlines sind zwar weniger betroffen, müssen jedoch Umwege fliegen, wenn Lufträume gesperrt sind. Der Deutsche Reiseverband sieht es als zu früh an, um Vorhersagen für die Tourismusbranche zu treffen. Der Fokus liegt ganz klar auf dem Kontakt zu Reiseveranstaltern vor Ort und der Beobachtung der Situation.