Heute ist der 25.04.2026 und in Eimsbüttel gibt es Neuigkeiten aus der Welt der Spinnen. Die Nosferatu-Spinne, eine in den letzten Jahren zunehmend beobachtete Art, sorgt für Aufregung und regt zum Nachdenken an. Über das Artenkataster im Geoportal liegen bereits vier Nachweise dieser besonderen Spinne vor: zwei aus 2024 aus Eimsbüttel und Eppendorf sowie zwei aus 2025 aus Volksdorf und Sasel. Die Beobachtungen wurden von aufmerksamen Bürgern über die Plattform „observation.org“ und die App „ObsIdentify“ gemeldet. Doch die Umweltbehörde Hamburg stellt klar, dass die geringe Zahl an Nachweisen nicht unbedingt auf eine Seltenheit hinweist; vielmehr könnte die Nosferatu-Spinne schlichtweg weniger erkannt oder gemeldet werden.
Ursprünglich im Mittelmeerraum verbreitet, wurde die Nosferatu-Spinne 2005 in Deutschland registriert und hat sich seitdem bundesweit ausgebreitet. Ihre Ausbreitung wird auf den Klimawandel zurückgeführt, der milde Temperaturen und damit das Überleben der Art in nördlicheren Regionen begünstigt. Interessanterweise wurde die Spinne erstmals vor 20 Jahren in Freiburg im Südwesten Deutschlands gesichtet und hat sich seitdem entlang des Rheintals nach Norden bewegt.
Ein harmloser Biss mit vampirischem Namen
Die Nosferatu-Spinne gehört zur Familie der Kräuseljagdspinnen und kann bei einer Körperlänge von knapp zwei Zentimetern und einer Beinspannweite von bis zu sechs Zentimetern durchaus imposant wirken. Männchen sind in der Regel kleiner als Weibchen, und diese Spinnenart ist bekannt dafür, sich an senkrechten Glasscheiben festzuhalten. Ihr Name, inspiriert von der charakteristischen Rückenzeichnung, erinnert an die berühmte Filmfigur Nosferatu. Ein Biss der Nosferatu-Spinne kann zwar die menschliche Haut durchdringen, ist jedoch für den Menschen nicht gefährlich – vergleichbar mit einem Wespenstich.
Die Spinne ist in der Regel harmlos und nicht aggressiv, beißt nur, wenn sie sich stark bedroht fühlt. Sie verbringt häufig den Winter in Gebäuden, was eine ganzjährige Fortpflanzung ermöglichen könnte. Ihre Beute besteht hauptsächlich aus Fliegen, und sie fängt ihre Opfer durch Verfolgung und Sprünge, anstatt Fangnetze zu bauen. Dies macht sie zu einer interessanten Erscheinung in der heimischen Tierwelt.
Die Rolle der Bürger bei der Beobachtung
Bis Sommer 2022 gab es in Deutschland nur wenige hundert Nachweise der Nosferatu-Spinne. Das öffentliche Interesse stieg jedoch rapide an, nachdem der NABU eine Melde-App einführte und zur Beobachtung aufrief. Innerhalb von nur sechs Wochen wurden über 20.000 Beobachtungen gemeldet, was zeigt, wie sehr die Menschen an der Natur und ihren kleinen Bewohnern interessiert sind. Auf dem Portal NABU-naturgucker.de gehört die Nosferatu-Spinne mittlerweile zu den meistgemeldeten Arten.
Um die Verbreitung dieser Spinnenart besser zu erfassen, können Entdeckungen über „ObsIdentify“ oder „observation.org“ gemeldet werden. Sollte die Nosferatu-Spinne einmal in Ihrer Wohnung auftauchen, empfiehlt es sich, sie vorsichtig mit einem Glas einzufangen und nach draußen zu bringen, damit sie weiterhin ihren Platz in der Natur finden kann.
Die Nosferatu-Spinne ist somit nicht nur ein spannendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit der Natur, sondern auch ein Zeichen für die wachsende Sensibilität der Gesellschaft für die heimische Tierwelt. Auch wenn die Aufregung um diese Spinne in anderen Ländern weniger bekannt ist, bleibt sie ein faszinierendes Thema, das sowohl für Wissenschaftler als auch für Naturfreunde von Bedeutung ist. Es gibt noch viele offene Fragen zur Fortpflanzung, Beute und den Überlebensstrategien der Nosferatu-Spinne, die es zu erforschen gilt.