In den letzten Jahren hat sich eine ganz besondere Spinnenart in Hamburg und Umgebung breitgemacht: die Nosferatu-Spinne. Ja, genau, die trägt nicht nur einen schaurigen Namen, sie hat auch ein ganz eigenes Wesen! Diese kleinen, nachtaktiven Geschöpfe sind nun auch in Stadtteilen wie Eimsbüttel, Eppendorf, Volksdorf und Sasel gesichtet worden – und das nicht nur einmal. Laut dem Artenkataster sind die ersten Funde in Eimsbüttel und Eppendorf bereits für 2024 dokumentiert worden, während die Meldungen aus Volksdorf und Sasel erst 2025 eingingen. Doch ganz ehrlich – es könnte sein, dass wir von der Dunkelziffer noch gar nichts wissen. Wer weiß, wie viele Nosferatu-Spinnen sich heimlich in unseren Kellern und Gartenlauben tummeln?
Diese Spinnenart, mit einer Körperlänge von etwa 1 bis 2 cm und einer Beinspannweite von bis zu 5 cm, ist durch ihren etwas gruselig klingenden Namen und die auffällige Zeichnung auf ihrem Vorderkörper bekannt. Die Bezeichnung leitet sich, wie könnte es anders sein, von der Fratze des berühmten Vampirs aus dem Film „Nosferatu“ ab. Das ist schon ein bisschen ironisch, denn obwohl sie einen Biss haben kann, ist dieser für Menschen in der Regel nicht gefährlich. Die Umweltbehörde betont, dass die Nosferatu-Spinne eigentlich harmlos ist und nur bei Bedrängnis zubeißt. Ein Biss wird beschrieben wie ein Wespenstich – also, nichts für die ganz Zartbesaiteten, aber auch kein Grund zur Panik.
Ein Hauch von Klimawandel
Die Ausbreitung dieser Spinne lässt sich gut mit dem Klimawandel erklären. Die milden Temperaturen bieten ihr die idealen Bedingungen, um sich nicht nur in Hamburg, sondern auch in anderen Teilen Deutschlands, wie in Baden-Württemberg, festzusetzen. Hier wurde die Nosferatu-Spinne erstmals 2005 nachgewiesen, und seitdem hat sie sich über Verkehrswege und den Rhein hinweg verbreitet. Sie fühlt sich in Gebäuden, aber auch in Gartenhütten oder Schuppen wohl. Man könnte fast sagen, sie hat das „Stadtleben“ für sich entdeckt!
In Hamburg ist die Spinne bislang eher selten gemeldet worden, was jedoch nicht bedeutet, dass sie nicht präsent ist. Geringe Nachweiszahlen sind oft ein Indiz für die unentdeckte Vielfalt, die sich in unseren Wohnräumen versteckt. Schließlich sind die Funde in Eimsbüttel und Eppendorf erst der Anfang! Was wir wissen, ist, dass die Nosferatu-Spinne in der Regel ihre Beute nicht in einem Netz fängt – vielmehr verfolgt sie sie und springt dann zu. Ein gewisses Maß an Geschicklichkeit kann man ihr also nicht absprechen.
Gesundheitliche Aspekte und Tipps
Wenn du einer Nosferatu-Spinne begegnest, ist der beste Rat, sie einfach in Ruhe zu lassen oder sie vorsichtig mit einem Glas einzufangen und nach draußen zu setzen. Allergische Reaktionen auf ihren Biss sind zwar selten, aber möglich. Also, sicher ist sicher! Darüber hinaus könnte die Nosferatu-Spinne sogar einen positiven Effekt auf das Stadtökosystem haben, indem sie die Population der Bernsteinschabe reguliert. Klingt fast wie ein kleiner Held, oder?
Die Nosferatu-Spinne zeigt uns, wie der Klimawandel nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt beeinflusst, sondern auch neue Arten in unsere Nachbarschaft bringt. Während sich in Nordrhein-Westfalen bereits über 35.500 Tierarten und mindestens 200 Neobiota tummeln, ist die Nosferatu-Spinne noch nicht als invasive Art klassifiziert. Das bedeutet, dass sie sich zwar etabliert hat, aber nicht unbedingt eine Bedrohung für heimische Arten darstellt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt – und ob wir uns vielleicht bald an die kleinen, nächtlichen Besucher gewöhnen müssen.