In Stellingen, einem Stadtteil von Hamburg, geht es gerade heiß her – und das nicht nur, weil der Sommer 2025 mit glühenden Temperaturen bis zu 36 Grad um die Ecke kam. Der A7-Deckel, das neueste grüne Projekt, das Wiesen, Spielplätze und Kleingärten vereint, hat sich als wahres Sonnenbad entpuppt. Doch wo bleibt der Schatten? Ein Mangel an schattenspendenden Plätzen hat dazu geführt, dass die Aufenthaltsflächen im Park an heißen Tagen kaum genutzt werden. Das Bezirksamt Eimsbüttel hat bereits festgestellt, dass bauliche Maßnahmen für Sonnenschutz nicht möglich sind. Die Erdschicht auf dem Deckel ist nicht tief genug, um Sonnensegel zu verankern, was die Situation für die Anwohner:innen und Parkbesucher:innen alles andere als entspannend macht.
Die gepflanzten Bäume sind noch zu klein, um ausreichenden Schatten zu spenden, und es wird Jahre dauern, bis sie sich zu schattenspendenden Riesen entwickeln. Dabei sollte der Park nicht nur ein Ort der Erholung sein, sondern auch das ehemals geteilte Stellingen miteinander verbinden. Der Park auf dem A7-Deckel umfasst stolze 5,3 Hektar, bestehend aus 3,9 Hektar Parkfläche und 1,4 Hektar Kleingartenfläche. Die Gestaltung des Parks, die vom Büro Weidinger Landschaftsarchitekten aus Berlin entworfen wurde, verspricht eine Verbesserung der Lebensqualität für Mensch und Tier. Das klingt gut, doch die Herausforderungen sind nicht zu übersehen.
Der Kampf gegen die Hitze
Die Linksfraktion stellte im Juni 2025 einen Antrag für Sonnenschutzmaßnahmen. Es ist kein Geheimnis, dass die Aufenthaltsqualität im Park an extrem heißen Tagen leidet. Die Spiel- und Kletteranlagen, die mit Fallschutzbereichen ausgestattet sind, bleiben oft leer, während die Menschen sich besser in kühlere Gefilde zurückziehen. Die angelegten Wiesen und die geplanten Rasenflächen sollen zwar für freies Spielen und Aufenthalt einladen, doch die Hitze schreckt ab. Die klimatische Situation ist ein ernstes Thema, und der Park kann seine volle Funktion nur dann entfalten, wenn er auch Schattenplätze bietet.
Die Baukosten für den Park belaufen sich auf etwa 5,7 Millionen Euro, und die Bauzeit wird bis Sommer 2024 dauern. Die Kleingartenparzellen, insgesamt 41 an der Zahl, werden eine sichere und ansprechende Umgebung bieten. Anwohner:innen haben direkten Zugang zur Parkanlage, viele Wege sind barrierefrei. Dennoch bleibt die Frage: Wie wird der Park den Herausforderungen des Klimawandels gerecht? Die Eindeckung des Tunnelbauwerks A7 mit Erde ist zwar abgeschlossen, doch die Planung des Parks muss auch die Anpassung an extreme Wetterereignisse berücksichtigen.
Grüner Raum für die Zukunft
Ein Förderprogramm des Bundes zur Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel wurde 2020 ins Leben gerufen. Ziel ist es, Kommunen wie Hamburg bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Es geht um die Erhaltung, Anpassung und Ausweitung öffentlicher Grün- und Freiflächen. Urbane Grünräume sollen Risiken mindern und sowohl die Lebensqualität der Menschen als auch die Biodiversität sichern. Hier könnte der Park auf dem A7-Deckel eine Vorreiterrolle einnehmen, wenn er es schafft, die Herausforderungen des Klimawandels in den Griff zu bekommen.
Die geplanten Fitnessstationen mit Street-Workout-Geräten am Kollauwanderweg und die modularen Sitzbereiche mit Parkbänken und Sonnenliegen könnten Anreize schaffen, den Park trotz der Hitze zu besuchen. Vielleicht wird der Park bald ein Ort der Begegnung, der nicht nur als Erholungsraum dient, sondern auch als Beispiel für eine klimagerechte Stadtentwicklung. Wer weiß, vielleicht wird der A7-Deckel eines Tages der grüne Herzschlag von Stellingen – auch ohne die perfekte Beschattung.