Im Herzen von Eimsbüttel, Hamburg, sprießen kreative Ideen wie frische Blumen aus dem Asphalt. Zwei 16-jährige Jungs, Mats Sydow und Oskar Hoppmann, haben den Verlag „Malix Publishers“ ins Leben gerufen – und das mit einem ganz besonderen Ziel: Sie möchten die Lebensgeschichten älterer Menschen erzählen. Klingt nach einer Herkulesaufgabe, oder? Aber genau das ist es, was die beiden antreibt. Während sie am Familientisch im Elternhaus Buchprojekte planen und Social-Media-Kampagnen ausklügeln, träumen sie von einer Welt, in der Generationen miteinander reden und sich verstehen.

Mats und Oskar sind nicht nur Verleger, sondern auch Brückenbauer. Ihr Ansatz, alte Geschichten aufzubereiten und sie für die junge Generation interessant zu machen, zeigt, dass sie mit Herz und Verstand bei der Sache sind. Oskar, der den Buchveröffentlichungsprozess als eine echte Herausforderung beschreibt, weiß genau, wie wichtig der Zugang zu Buchhandlungen ist. „Das ist echt knifflig“, sagt er und man hört förmlich, wie ihm die Motivation manchmal abhandenkommt. Aber die beiden lassen sich nicht entmutigen.

Die ersten Schritte mit „Malix Publishers“

Die ersten Projekte entstehen oft ganz unkonventionell, etwa bei einem Kaffee mit Freunden oder in gemütlicher Runde. Ein Beispiel für das kreative Schaffen bei Malix ist Kalle Voigt, ebenfalls 16, der ein Kochbuch mit Rezepten seiner Oma veröffentlicht hat. Was für eine schöne Hommage! Und auch Petra Bähre hat mit Mats und Oskar ein Kinderbuch entwickelt und arbeitet zurzeit an ihrer Autobiografie. Diese Mischung aus jung und alt, aus Erfahrung und frischem Wind, ist genau das, was die beiden sich wünschen.

Vorträge und Schreibworkshops in Altenheimen sind ebenfalls Teil ihrer Vision. Mats und Oskar wollen direkt auf die älteren Menschen zugehen, um deren Geschichten zu hören und sie festzuhalten. Social Media? Nicht ihr Ding! Denn sie wissen, dass die meisten älteren Menschen diese Plattformen nicht nutzen. Stattdessen setzen sie auf den persönlichen Kontakt und authentische Erzählungen. „Wir sind hier, um echte Geschichten zu erzählen“, betonen sie und strahlen dabei eine ansteckende Begeisterung aus.

Ein Platz für Erinnerungen

Mit Malix Publishers schaffen sie eine Plattform für persönliche Geschichten, die nicht nur Erinnerungen für die Zukunft sein sollen, sondern auch die Kluft zwischen den Generationen überbrücken. Neuautoren, die oft vor der Herausforderung stehen, einen Verlag zu finden, um ihre Leser zu erreichen, können hier endlich auf offene Ohren stoßen. Die beiden Jungs verstehen, dass Geschichten verbinden – und das ist es, was sie im Kern antreibt.

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In einem größeren Kontext steht dieses Engagement nicht allein. Ein ähnliches Projekt, „1939.2019 – Vielfalt lokaler Erinnerungen“, des Anne Frank Zentrums, zeigt, wie wichtig es ist, Lebensgeschichten sichtbar zu machen. Hier wird mit Jugendlichen zusammengearbeitet, um lokale Dialogräume zu schaffen. Es geht darum, Geschichte aufzuarbeiten und zu verstehen, was in der Vergangenheit geschehen ist. Der Dialog zwischen den Generationen ist hier von zentraler Bedeutung. Solche Projekte helfen, die Erinnerungen an NS-Opfer und andere Lebensgeschichten zu beleuchten und sie für die heutige Zeit relevant zu machen.

Es ist spannend zu sehen, wie sich die Ansätze von Mats und Oskar, die mit der Veröffentlichung persönlicher Geschichten beginnen, mit größeren Projekten verbinden, die auf gesellschaftliche Reflexion abzielen. Diese Verflechtungen zeigen, dass die Beschäftigung mit der Vergangenheit nicht nur für ältere Menschen von Bedeutung ist, sondern auch für die junge Generation, die aus diesen Geschichten lernen kann. In Eimsbüttel wird mit „Malix Publishers“ ein neues Kapitel aufgeschlagen, das hoffentlich viele inspirieren wird.