Heute ist der 21.05.2026 und wir berichten aus Hamburg über einen Fall, der die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen zwei Männer erhoben, die verdächtigt werden, im Auftrag der iranischen Revolutionsgarden einen Anschlag auf Juden in Deutschland geplant zu haben. Dabei handelt es sich um Ali S., einen mutmaßlichen Spion, der in Dänemark lebt, und seinen Komplizen Tawab M., einen Afghanen, der ebenfalls in Dänemark festgenommen wurde. Die Vorwürfe sind schwerwiegend und werfen ein Schlaglicht auf die Bedrohungen, denen jüdische Gemeinden hierzulande ausgesetzt sind.
Die beiden Männer sollen im Jahr 2025 mit der Spionage begonnen haben. Ihr Ziel war es, Informationen über prominente jüdische Persönlichkeiten zu sammeln, darunter Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, und Volker Beck, der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Ali S. wurde dabei beobachtet, wie er mutmaßliche Anschlagsziele in Berlin fotografierte. Dazu gehörten ein jüdischer Supermarkt sowie die Büros der betroffenen Organisationen. Die Sicherheitsbehörden haben Hinweise, dass die geheimdienstlichen Aktivitäten nicht nur der Informationsbeschaffung dienten, sondern auch der Vorbereitung von Mord- und Brandanschlägen.
Die Festnahmen und ihre Hintergründe
Ali S. wurde am 26. Juni 2025 in Aarhus, Dänemark, festgenommen und nach seiner Überstellung an die deutschen Behörden sitzt er seit Mitte Juli 2025 in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft beschuldigt ihn nicht nur der geheimdienstlichen Agententätigkeit, sondern auch der Planung konkreter Anschläge. Ein besonders besorgniserregendes Detail: Im Mai 2025 nahm er Kontakt zu Tawab M. auf, der bereit war, ihm eine Waffe zu beschaffen, um einen Mordanschlag auf Volker Beck zu veranlassen. Diese Verbindungen und die geplanten Anschläge zeigen, wie ernst die Bedrohungslage ist.
Tawab M. wurde Anfang November 2025 ebenfalls in Dänemark festgenommen. Er war dort in der Beschaffung von Waffen und Technik für Sprengvorrichtungen aktiv und hatte, wie sich herausstellte, auch Kontakt zu Ali S. Die Ermittler sind überzeugt, dass Ali S. nicht nur als Agent fungierte, sondern auch als Anstifter, der weitere Personen für mögliche Anschläge rekrutieren sollte. Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist das einer gut organisierten Bedrohung, die sich gegen jüdische Einrichtungen in Deutschland richtet.
Ein besorgniserregendes Umfeld
Die Sicherheitsbehörden in Deutschland haben anhaltende Sorgen vor Anschlägen im Auftrag des Iran – ein Umstand, der durch den anhaltenden Konflikt zwischen Israel, den USA und Iran weiter verstärkt wird. In diesem Kontext sind die Vorfälle in Hamburg und anderswo Teil einer größeren Bedrohung. Ein Brandanschlag auf ein israelisches Lokal in München am 10. April 2026, der glücklicherweise ohne Verletzte blieb, zeigt, dass die Lage angespannt ist. Auch eine pro-iranische Gruppe namens „Harakat Ashab al-Yamin al Islamia“ (Hayi) hat sich zu mehreren Anschlägen bekannt, doch die tatsächliche Verantwortung wird angezweifelt.
Es ist also nicht nur ein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Musters, das die Sicherheitsbehörden alarmiert. Ali S. und Tawab M. sind nur die Spitze eines Eisbergs, der in den letzten Jahren gewachsen ist. Die Rekrutierung junger, krimineller Low-Level-Agenten für Anschläge ist eine Strategie, die immer mehr in den Fokus rückt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland zu gewährleisten.