Heute ist der 10.05.2026, und hier in Norddeutschland ist die Vorfreude auf die Erdbeerzeit spürbar. Die ersten Erdbeeren werden unter begehbaren Folientunneln gepflückt. Fred Eickhorst, der Geschäftsführer der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer, ist schon ganz aufgeregt. Die Freilandernte wird sich wohl bis Ende Mai hinauszögern, aber die ersten süßen Früchte sind bereits in den Hochtunneln zu finden. Die Preise für 500-Gramm-Schalen liegen voraussichtlich zwischen 5 und 6 Euro – ein kleiner Preis für den Genuss der ersten Erdbeeren des Jahres.

Norddeutschland hinkt im Erntezeitpunkt etwa 10 bis 14 Tage hinter Süddeutschland hinterher. Dort werden bereits die ersten Freilanderdbeeren geerntet, auch wenn das in geringen Mengen geschieht. So ist es natürlich nicht verwunderlich, dass die Erdbeeren aus dem Freilandanbau anfällig für Schäden sind. Der Temperaturrückgang der letzten Tage hat den Landwirten nicht gerade in die Karten gespielt. Eva Würtenberger von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) weist darauf hin, dass optimale Bedingungen für die Erdbeerernte Tagestemperaturen um die 20 Grad und Nachttemperaturen über 10 Grad erfordern. Temperaturen unter 10 Grad hingegen haben einen negativen Einfluss auf die Erntemengen.

Hochtunnel für sichere Ernten

Der Anbau in Hochtunneln hat sich in Deutschland etabliert. Solche Tunnel bieten einen hervorragenden Schutz vor Wetterextremen, und das zeigt sich auch in den Zahlen. Geschützter Erdbeeranbau wird immer beliebter – 2025 wuchsen Erdbeeren auf 2.081 Hektar unter Schutzabdeckungen, was rund einem Sechstel der gesamten Erdbeeranbaufläche entspricht. Zehn Jahre zuvor lag dieser Anteil gerade mal bei drei Prozent. Diese Entwicklung sorgt nicht nur für höhere Erntesicherheit, sondern auch für eine gleichbleibend hohe Qualität.

Die Produktivität auf geschützten Flächen ist mehr als doppelt so hoch wie im Freilandanbau. 2025 stammten 37 Prozent der Erdbeerernte aus geschütztem Anbau. Das zeigt, wie wichtig diese Technik für die heimische Landwirtschaft ist. Erdbeeren sind nach Äpfeln die zweitwichtigste Obstart im deutschen Obstbau, und 2025 ernteten die Erzeuger insgesamt 128.410 Tonnen. Damit kann ein großer Teil der heimischen Nachfrage nach frischen Erdbeeren gedeckt werden.

Rückgang der Anbauflächen

Doch trotz dieser positiven Entwicklungen gibt es Herausforderungen. Die Erdbeer-Anbaufläche in Deutschland ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Im Jahr 2023 betrug die Anbaufläche 14.010 Hektar, was einem Rückgang von fast einem Viertel im Vergleich zu 2015 entspricht. Interessanterweise hat die Freilandproduktion um 5.669 Hektar abgenommen, während der Anbau unter Schutzabdeckungen zugenommen hat – eine Steigerung um 1.312 Hektar seit 2015. Das zeigt, dass die Landwirte sich den veränderten Bedingungen anpassen.

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Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind die wichtigsten Anbauländer für Erdbeeren. Rund 60 Prozent der Gesamtanbaufläche entfallen auf diese drei Bundesländer. Während die Landwirte dankbar für die letzten Regenfälle sind, die den ausgetrockneten Flächen zugutekommen, bleibt die Frage, wie sich das Wetter weiterhin entwickeln wird. Die Bewässerung der Anbauflächen für Erdbeeren und Spargel spielt dabei eine wichtige Rolle.

Jetzt heißt es, die Daumen drücken für eine erfolgreiche Erdbeersaison, damit wir bald die süßen Früchte in unseren Händen halten können!