In Bremen brodelt es. Die Stadtteilfarmen, diese bunten Oasen der Kreativität und Gemeinschaft, blicken einer ungewissen finanziellen Zukunft entgegen. Die neuen Verteilungsregeln in der offenen Kinder- und Jugendhilfe sorgen für Aufregung und Unsicherheit. Ein Treffen am Montagnachmittag mit Vertretern des Bildungs- und Sozialressorts soll klären, was da auf die Farms zukommt. Doch bereits jetzt ist klar: Der Jugendhilfeausschuss plant einen Beschluss über diese neuen Regeln am Donnerstag, und die Ängste wachsen.

Für die Stadtteilfarm in Habenhausen stehen die Zeichen auf Sturm. Ab Herbst gibt es keine institutionelle Förderung mehr – ein harter Schlag, der nicht nur die Farm selbst, sondern auch die Kinder und Jugendlichen, die dort täglich ein- und ausgehen, betrifft. Eine Lösung wird zwar erarbeitet, aber die Zeit drängt. Auch die Farms in Huchting und Gröpelingen müssen bereits jetzt mit weniger Personal auskommen, was bedeutet, dass Angebote reduziert werden müssen. Kürzere Öffnungszeiten sind eine wahrscheinliche Folge. Die Sorge um die Zukunft ist greifbar.

Finanzielle Sorgen in Huchting

Besonders die Stadtteilfarm in Huchting sieht sich vor gravierenden finanziellen Herausforderungen. Die Personalstelle für den Hort ist nur bis Ende Juli bewilligt, und die unklare Finanzierung von 60.000 Euro steht wie ein Damoklesschwert über der Einrichtung. Eine Reduzierung des Vormittagsangebots sowie Einschränkungen im Nachmittagsbetrieb sind in der Luft. Das Gesamtbudget der Farm beträgt rund 500.000 Euro jährlich, und das basiert auf der institutionellen und projektbezogenen Förderung, vor allem für den offenen Hort.

Die Unsicherheiten bei der Mittelverteilung gefährden den hohen Bedarf an Angeboten in Huchting. Dort ist man auf die Besetzung von zwei Personalstellen angewiesen, um Mindeststandards zu erfüllen. Doch viele Stimmen warnen davor, dass der Wegfall des Hortangebots ein zentrales Problem darstellen würde. Kritische Gedanken zur Umstellung auf Kooperationen mit Schulen kommen auf. Ortsamtsleiter Christian Schlesselmann hat den Einsatz der Mitarbeiter gelobt und Unterstützung des Beirates zugesichert, aber die Sorgen bleiben.

Ein Appell an die Gemeinschaft

Eine öffentliche Veranstaltung Anfang Juni in der Reithalle soll die Politik, Verwaltung und Bürger sensibilisieren. Das Spielhaus in der Antwerpener Straße fungiert als offene Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 14 Jahren. Täglich tummeln sich dort 20 bis 30 Kinder, an schönen Tagen können es sogar bis zu 100 Personen im Außengelände sein. Die vielfältigen Angebote – vom Töpfern über Basteln bis hin zu Sport und Kochgruppen – schaffen einen Raum, in dem Sprachförderung, soziales Lernen und Gewaltprävention groß geschrieben werden.

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Doch die finanzielle Lage der Kinder- und Jugendhilfe hat sich seit 1989 gewandelt. Die Unterscheidung zwischen freier Jugendhilfe und Entgeltfinanzierung wird immer komplexer. Die neuen Qualitätsstandards, die 2025 erarbeitet werden, sollen 2027 in Kraft treten. Ein klarer Appell wird laut: Die Stadt Bremen muss sich zu den Kinder- und Jugendfarmen bekennen. Ein ressortübergreifender Ansatz zur Finanzierung ist dringend nötig.

Die Herausforderungen sind groß, und der Kampf um die Existenz der Stadtteilfarmen ist in vollem Gange. Ein gemeinsames Handeln in Huchting wird gefordert, um die Farm und das Hortangebot zu sichern. Für die Kinder, die dort ihre Zeit verbringen, ist es eine Frage der Zukunft. Die Ehrenamtlichen, die im Farmalltag helfen, leisten einen unschätzbaren Beitrag. Ohne sie hätte die Farm oft schließen müssen – ein Gedanke, der einem das Herz schwer macht.