Heute ist der 8.06.2026 und in Bremen brodelt es in einem Bereich, der eigentlich reibungslos funktionieren sollte: der Gesundheitsversorgung. Die Notaufnahmen in der Stadt sind überlastet, und das nicht erst seit gestern. „Wir werden überrannt“, so die klare Warnung der Bremer Krankenhausgesellschaft, die den Finger in die Wunde legt. Immer wieder kommen Menschen mit nicht-akuten Beschwerden in die Notfallzentren, was die Kapazitäten enorm strapaziert. Lange Wartezeiten sind mittlerweile die Norm, und das hat seine Gründe.

Häufig sind es nicht lebensbedrohliche Situationen, die die Patienten antreiben. Erkältungen, entzündete Mückenstiche – das sind Beschwerden, die in einer regulären Arztpraxis behandelt werden könnten. Aber wo sollen die Leute hin, wenn die Haus- und Kinderärzte überlastet sind und oft keine neuen Patienten mehr annehmen? Dazu kommt, dass in vielen Stadtteilen Bremens, insbesondere im Westen und Norden, die Versorgungslücken immer größer werden. Die Schließung von Praxen macht das Ganze nicht einfacher, und die Suche nach Nachfolgern gestaltet sich schwierig.

Der Weg zu den Integrierten Notfallzentren

Die geplanten Integrierten Notfallzentren (INZ) sollen eine Lösung sein. Sie haben das Ziel, die sogenannten „Irrläufer“ schneller in die richtigen Bahnen zu lenken, sprich, sie gegebenenfalls in Notdienst- oder reguläre Arztpraxen weiterzuleiten. Doch Experten warnen, dass diese Reform allein nicht ausreicht. Sabine Doll hat deutlich gemacht, dass die Regelung des Zugangs zu Notaufnahmen nicht das ganze Bild abdeckt. Auch die ambulante Versorgung muss unbedingt gestärkt werden, andernfalls bleibt das Problem bestehen.

Ein weiteres Manko sind die mangelnden medizinischen Fachkräfte. Der Anstieg der Patienten in den Notaufnahmen begann bereits 2017 – und das, obwohl wir in den letzten Jahren mit einer Pandemie zu kämpfen hatten. Nach einem kurzen Rückgang während der Corona-Zeiten sind die Zahlen nun wieder stark angestiegen. Schätzungen zufolge könnten fast die Hälfte der Patienten, die heutzutage in die Notaufnahmen strömen, auch anderswo versorgt werden. Viele wissen oft nicht, dass sie den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 kontaktieren können – ein echtes Problem, das im Alltag oft übersehen wird.

Die Rolle der Gesundheitsversorgung

Das Robert Koch-Institut hebt hervor, dass eine gute Gesundheitsversorgung aus einem Geflecht von Organisationen, Strukturen und Prozessen besteht, die darauf abzielen, die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern und Krankheiten vorzubeugen. Wichtige Kenngrößen sind entscheidend für die Sicherstellung einer angemessenen und hochwertigen Versorgung. Aber wenn die Grundversorgung nicht funktioniert, geraten die gesamten Strukturen ins Wanken. In Bremen fehlen nicht nur Hausärzte, sondern es gibt auch zu wenig Fachärzte. Der Mangel an medizinischer Grundbildung in der Bevölkerung trägt ebenso zur Überlastung der Notaufnahmen bei.

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Die Lösung könnte in modernen Tools liegen, wie etwa Apps zur Symptomanalyse, die den Menschen helfen könnten, besser zu entscheiden, wann ein Besuch in der Notaufnahme wirklich nötig ist. Ein neues ärztliches Versorgungszentrum für ambulante Behandlungen wurde bereits gegründet, um die Notaufnahmen zu entlasten – eine positive Entwicklung, die jedoch nur ein kleiner Schritt auf einem langen Weg ist.