In der Hansestadt Bremen und der benachbarten Stadt Bremerhaven ist die Apothekerlandschaft derzeit einem starken Wandel unterworfen. Mit nur 17 Apotheken pro 100.000 Einwohner hat Bremen die niedrigste Apothekendichte in ganz Deutschland. Und das, obwohl die Stadt vor 15 Jahren noch 118 öffentliche Apotheken zählte – heute sind es 56 weniger. In Bremerhaven sieht es etwas besser aus, doch insgesamt sind die Zahlen alarmierend. Der Rückgang ist nicht nur ein Bremer Phänomen, sondern ein bundesweiter Trend. 2013 lag die Dichte noch bei 25,6 Apotheken pro 100.000 Einwohner, und die bundesweite Dichte liegt aktuell bei 19,9. Zum Vergleich: In anderen Stadtstaaten wie Berlin und Hamburg sind es ebenfalls 19. Spätestens jetzt sollte man sich fragen: Wo soll das noch hinführen?

Die Gesundheitsbehörde betont zwar, dass keine akute Gefährdung der Arzneimittelversorgung besteht, doch die steigenden Arbeitsbelastungen für Apotheker und die längeren Wartezeiten für Kunden sind schon spürbar. Vor allem in Stadtteilen wie Woltmershausen, wo nur eine einzige Apotheke übrig bleibt, wird die Situation brenzlig. Wirtschaftliche Gründe sind nicht zu übersehen: steigende Kosten, stagnierende Einnahmen und ein Fachkräftemangel, der die Apotheken weiter unter Druck setzt. Trotz stabiler Zahl an Pharmaziestudierenden entscheiden sich viele Absolventen gegen die öffentliche Apotheke – unattraktive Arbeitszeiten und geringere Verdienstmöglichkeiten im Vergleich zur Industrie sind oft die Gründe.

Der Fachkräftemangel – Ein zentrales Problem

Unbestritten ist, dass der Fachkräftemangel ein zentrales Problem darstellt. Die Ausbildungszahlen in Apotheken sinken nun bereits das dritte Jahr in Folge. Laut einer Studie der ABDA wird die Zahl der Beschäftigten in öffentlichen Apotheken bis Ende 2024 auf ca. 162.186 geschätzt. Dabei sind 53.235 davon approbierte Apothekerinnen und Apotheker – also etwa ein Drittel der Gesamtbelegschaft. Der Frauenanteil ist mit 89,2 % enorm hoch, was zu häufigeren Teilzeitverhältnissen führt. Die Arbeitsbedingungen sind alles andere als rosig: Präsenzpflicht, Samstagsarbeit und geringe Bezahlung machen den Beruf weniger attraktiv.

Ein Lichtblick? Na ja, 6 von 10 Apothekeninhabern planen, neue Mitarbeiter einzustellen. Doch die Realität sieht oft anders aus – 2022 wurden noch 7.685 Ausbildungsplätze angeboten, 2024 sind es nur noch 6.542. Und die Alterung der Belegschaften ist ebenfalls nicht zu übersehen: Das Durchschnittsalter der approbierten Apotheker liegt bei 48,4 Jahren. Hier sind also Strategien gefragt! Arbeitgeber sollten ihre Marke stärken und die Vorteile des Apothekerberufs herausstellen, um neue Talente zu gewinnen. Flexibilität in den Arbeitsmodellen ist dabei ein Muss, vor allem für die weiblichen Beschäftigten.

Digitalisierung als Chance und Herausforderung

Die Herausforderungen sind vielfältig: Digitalisierung, Kostendruck, Bürokratie und Lieferengpässe. Die Apothekerkammer fordert nicht nur eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern auch die Anhebung der Honorare für verschreibungspflichtige Medikamente. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Politik endlich Handlungsbedarf erkennt und die Anpassungen im Koalitionsvertrag zügig umsetzt. Immerhin sind die Apotheken bereit, zusätzliche Aufgaben in der Prävention und Früherkennung von Krankheiten zu übernehmen. Das wäre doch ein Schritt in die richtige Richtung, oder nicht?

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Leider bleibt zu beobachten, dass das Phänomen des „Apothekensterbens“ besonders in ländlichen Regionen ausgeprägt ist. Hier sind oft zu geringe Bevölkerungsdichten und ein akuter Fachkräftemangel die Ursachen für die Schließungen. Die ABDA und die Gesundheitsministerkonferenz fordern daher eine schnelle Umsetzung der Apotheken-Reform, um die Apothekendichte in Deutschland endlich zu verbessern. Es bleibt also spannend, wie sich die Lage in Bremen und Bremerhaven entwickeln wird. Eines ist sicher: Die Apotheken sind ein wichtiger Teil unserer Gesundheitsversorgung, und es wäre schade, wenn sie weiter aussterben würden.